Hausanschluss-Check · DIN 18015-1

Hausanschluss im Mehrfamilienhaus: Wann muss er vergrößert werden?

Für Elektriker, Solarteure und Eigentümer von Mehrfamilienhäusern: Geben Sie die vorhandene Hausanschlusssicherung, Wohneinheiten, Wärmepumpe, Wallboxen und PV-Leistung ein. Der Check zeigt, ob der Hausanschluss reicht oder auf welche Größe er vergrößert werden muss.

Vorhandene Hausanschlusssicherung
Steht auf den NH-Sicherungen im Hausanschlusskasten. Den Kasten öffnet nur der Netzbetreiber, die Größe steht auch in den Netzanschlussunterlagen.
Wohneinheiten
Durchlauferhitzer (DLE)
Allgemeinstrom, Aufzug, Gewerbe (kVA)
Wärmepumpe
Wallboxen
Lastmanagement
PV-Wechselrichter (kVA)
Hausanschluss reichtNoch 22,3 kVA freiBedarf 47,0 von 69,3 kVA (68 %)
Leistungsbedarf47,0 kVA
Strom je Phase68 A
Restleistung22,3 kVA
Auslastung des Hausanschlusses68 % von 100 A
Bezug
Einspeisung PV
Vorhanden 100 A
WohnungenAllgemein / GewerbeWärmepumpeWallboxenvom Lastmanagement gekapptvorhandene Sicherungnötige Größe
Rechnung im Detail
Wohnungen (7 WE)47,0 kVA
Bezug47,0 kVA
PV-Einspeisung25,0 kVA
Maßgeblich47,0 kVA · 68 A
Vorhanden (100 A)69,3 kVA
Nötige Sicherungmindestens 80 A

Strom je Phase = Leistung / (√3 × 400 V). Die Sicherung muss mindestens diesen Strom tragen. Maßgeblich ist der höhere Wert aus Bezug und Einspeisung.

Sicherungsgrößen und Leistung
35 A24 kVA
50 A35 kVA
63 A44 kVA
80 A55 kVA
100 A69 kVA
125 A87 kVA
160 A111 kVA
200 A139 kVA
250 A173 kVA
315 A218 kVA
400 A277 kVA
500 A346 kVA
630 A436 kVA

Leistung je NH-Sicherungsstufe bei 400 V und cos φ = 1. Welche Größen gebaut werden, legt der Netzbetreiber in seinen TAB fest.

Ob am Zähler eine Wandlermessung nötig ist, zeigt der Wandler-Check.© Dach für Dach · Vorabschätzung, keine verbindliche Auskunft des Netzbetreibers

Vorabschätzung nach DIN 18015-1. Maßgeblich sind die Technischen Anschlussbedingungen (TAB) Ihres Netzbetreibers.

Typische Anschlussgrößen

Leistung je Hausanschlusssicherung bei 400 V und die Zahl der Wohneinheiten, die sie nach DIN 18015-1 trägt, ohne Wärmepumpe, Wallbox und Allgemeinstrom.

43,6 kVA

63 A

Reicht ohne Durchlauferhitzer für bis zu 5 Wohneinheiten (41 kVA), mit Durchlauferhitzern für 1 (34 kVA).

Wärmepumpe oder Wallbox passen meist nicht mehr dazu

69,3 kVA

100 A

Reicht ohne Durchlauferhitzer für bis zu 17 Wohneinheiten (69 kVA), mit Durchlauferhitzern für 3 (64 kVA).

Bei 12 Wohneinheiten bleiben rund 10 kVA für Wärmepumpe und Wallboxen

173,2 kVA

250 A

Reicht ohne Durchlauferhitzer für weit über 100 Wohneinheiten (108 kVA bei 100), mit Durchlauferhitzern für bis zu 45 (170 kVA).

Bei 20 Wohneinheiten bleiben rund 100 kVA für Wärmepumpe und Wallboxen

ab 315 A

Über 250 A

Für große Wohnanlagen, viele Wallboxen oder Gewerbe. Große Anschlüsse werden oft als Hausanschluss-/Hauptverteiler-Kombination ausgeführt.

Ausführung und Kosten mit dem Netzbetreiber klären

So rechnet der Check

Der Check nutzt dieselbe Logik, mit der Netzbetreiber den Hausanschluss bemessen: Leistungsbedarf der Wohnungen nach DIN 18015-1, dazu die zusätzlichen Lasten. Die Summe muss die Hausanschlusssicherung tragen.

  • Wohnungen: Leistungsbedarf nach DIN 18015-1 mit Gleichzeitigkeit, mit und ohne elektrische Warmwasserbereitung (Tabelle 2 der Erläuterungen zu den TAB NS Nord 2023).

  • Allgemeinstrom, Aufzug, Gewerbe: effektiver Leistungsbedarf laut Leistungsaufstellung, direkt addiert.

  • Wärmepumpe: volle elektrische Leistung ohne Abschlag, inklusive Heizstab.

  • Wallboxen: Gleichzeitigkeit nach Tabelle 3 derselben Quelle, für 3,4, 11 und 22 kW.

  • PV: Die Einspeisung läuft über denselben Hausanschluss. Der höhere Wert aus Bezug und Einspeisung zählt.

  • Strom je Phase: Leistung geteilt durch √3 × 400 V. Die Sicherung muss mindestens diesen Strom tragen.

Faustregel: Leistung je Sicherung

Je Ampere Sicherung stehen etwa 0,69 kVA zur Verfügung: 63 A ergeben rund 44 kVA, 100 A rund 69 kVA, 250 A rund 173 kVA.

Eine einzelne 11-kW-Wallbox zählt voll. Sechs Wallboxen kommen mit Gleichzeitigkeit auf etwa 48 kVA, zehn auf etwa 62 kVA.

Welche Anschlussgrößen gebaut werden, legt der Netzbetreiber in seinen TAB fest.

Lastmanagement statt Vergrößerung

Wärmepumpen und Wallboxen bringen den größten Zusatzbedarf. Ein Lastmanagement, das beide gemeinsam begrenzt, kann die Vergrößerung des Hausanschlusses vermeiden. Der Check zeigt, auf wie viel kW die Grenze dafür sinken muss.

  • Untergrenze Wärmepumpe: Steuerbare Wärmepumpen dürfen nach § 14a EnWG auf 4,2 kW gedimmt werden, größere Anlagen auf 40 % der Anschlussleistung.

  • Untergrenze Wallbox: Jede Wallbox lädt noch mit mindestens 6 A einphasig, also etwa 1,4 kW.

  • Unter dem Minimum: Zu Lastspitzen wird komplett abgeregelt.

  • Vorab klären: ob der Netzbetreiber die Begrenzung bei der Bemessung des Hausanschlusses anerkennt.

Was das Ergebnis für Ihr Projekt bedeutet

Für Elektriker und Solarteure

Der Netzbetreiber prüft bei der Anmeldung von Wärmepumpe und Wallboxen, ob der Hausanschluss reicht. Mit dem Check sehen Sie vorher, ob eine Vergrößerung oder ein Lastmanagement nötig wird.

Für den Zähler gilt eine eigene Grenze: Ab 63 A braucht der Summenzähler im Mieterstrom meist eine Wandlermessung. Dach für Dach liefert Messkonzept und Messtechnik, Sie installieren und nehmen die Anlage in Betrieb.

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Für Eigentümer

Die Vergrößerung beantragen Sie beim Netzbetreiber. Er berechnet Anschlusskosten und gegebenenfalls einen Baukostenzuschuss, diesen nur für den Teil der Leistungsanforderung über 30 kW.

Wir prüfen im Messkonzept, ob Ihr Hausanschluss für Mieterstrom, Wärmepumpe und Wallboxen reicht, und rechnen die Wirtschaftlichkeit für Ihr Haus durch.

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Häufige Fragen zum Hausanschluss

Wenn der Leistungsbedarf des Hauses größer ist als die Leistung, die die Hausanschlusssicherung trägt. Der Leistungsbedarf ergibt sich aus den Wohnungen nach DIN 18015-1 plus Allgemeinstrom, Gewerbe, Wärmepumpe und Wallboxen. Eine Sicherung mit 100 A trägt bei 400 V etwa 69 kVA.

Auch die PV-Einspeisung läuft über den Hausanschluss. Maßgeblich ist der höhere Wert aus Bezug und Einspeisung.

Die Leistung ist Strom mal √3 mal 400 V: 63 A ergeben etwa 43,6 kVA, 100 A etwa 69,3 kVA, 160 A etwa 110,9 kVA und 250 A etwa 173,2 kVA. Welche Größen Ihr Netzbetreiber baut, steht in seinen Technischen Anschlussbedingungen (TAB).

Ohne Durchlauferhitzer, Wärmepumpe und Wallboxen bis zu 17 Wohneinheiten: Nach DIN 18015-1 liegt der Leistungsbedarf dann bei 69 kVA. Mit Durchlauferhitzern sind es nur 3 Wohneinheiten (64 kVA). Allgemeinstrom, Aufzug und Gewerbe kommen noch dazu.

Das hängt von der Reserve ab. Die Wärmepumpe zählt mit ihrer vollen elektrischen Leistung, weil sie im Winter über Stunden durchläuft. Beispiel: 12 Wohneinheiten ohne Durchlauferhitzer brauchen nach DIN 18015-1 etwa 59 kVA. An einem Anschluss mit 100 A bleiben damit rund 10 kVA für Wärmepumpe und Allgemeinstrom.

Für mehrere Ladepunkte gilt eine Gleichzeitigkeit: Sechs Wallboxen mit 11 kW zählen zusammen etwa 48 kVA, zehn etwa 62 kVA. Ohne Lastmanagement ist ein Anschluss mit 100 A damit schnell ausgelastet. Ein Lastmanagement begrenzt die Ladeleistung, wenn das Haus viel Strom zieht.

Das ist möglich. Ein Lastmanagement begrenzt Wärmepumpe und Wallboxen gemeinsam auf eine feste Grenze. Der Check zeigt, wie hoch diese Grenze sein darf, damit der vorhandene Anschluss reicht. Liegt sie unter dem realistischen Minimum, wird zu Lastspitzen komplett abgeregelt.

Ob der Netzbetreiber die Begrenzung bei der Bemessung anerkennt, klären Sie vor der Anmeldung.

Die Kosten legt der Netzbetreiber fest. Er berechnet die Anschlusskosten und gegebenenfalls einen Baukostenzuschuss. Den Baukostenzuschuss darf er nach § 11 NAV nur für den Teil der Leistungsanforderung erheben, der 30 kW übersteigt. Fragen Sie das Angebot früh an, denn der Netzbetreiber bestimmt auch den Termin.

Nach § 14a EnWG darf der Netzbetreiber den Anschluss neuer Wärmepumpen, Klimaanlagen, Stromspeicher und privater Ladeeinrichtungen nicht mit Verweis auf eine mögliche Überlastung seines Netzes ablehnen oder verzögern. Im Gegenzug darf er diese Geräte bei Engpässen auf mindestens 4,2 kW dimmen. Der Hausanschluss selbst muss aber für den Leistungsbedarf ausreichen.

Der Hausanschluss verbindet das Haus mit dem Netz. Im Hausanschlusskasten sitzen die Sicherungen des Netzbetreibers. Der Zählerplatz liegt dahinter. Für ihn gelten eigene Grenzen: Direkt messende Zähler reichen bis 63 A, darüber braucht es eine Wandlermessung. Das prüft der Wandler-Check.

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