Wandler-Check · VDE-AR-N 4100:2026
Wandlermessung beim Mieterstrom: Ab wie vielen Wohneinheiten?
Für Elektriker, Solarteure und Eigentümer von Mehrfamilienhäusern: Geben Sie Wohneinheiten, Durchlauferhitzer, Wärmepumpe, Wallboxen und PV-Leistung ein. Unser Rechner beantwortet, ab wann der Hauptzähler, im Mieterstrom der Summenzähler, eine Wandlermessung braucht und welche Wandlergröße nötig ist.
Rechnung im Detail
| Wohnungen (5 WE) | 41,0 kVA |
| Bezug | 41,0 kVA |
| PV-Einspeisung | 30,0 kVA |
| Summenzähler: Direktmessung | 41,0 kVA · 60 A |
Alles läuft über einen Zähler, den Summenzähler. Maßgeblich ist der höhere Wert aus Bezug und Einspeisung. Direktmessung geht nur, wenn der Bezug höchstens 43 kVA beträgt und Wärmepumpe + Wallboxen sowie die PV als Dauerlast jeweils höchstens 30 kVA. Sonst bestimmt der Strom je Phase die Wandlergröße.
Vorabschätzung nach VDE-AR-N 4100:2026 und DIN 18015-1. Maßgeblich sind die Technischen Anschlussbedingungen (TAB) Ihres Netzbetreibers.
Vier mögliche Ergebnisse
Der Check ordnet Ihr Haus einer von vier Messstufen zu. Maßgeblich ist der höhere Wert aus Strombezug und PV-Einspeisung.
Direktmessung
Bis 63 A
Etwa 43 kVA bei haushaltsüblicher Last. Für Dauerlast wie Wärmepumpe, Wallboxen oder PV-Einspeisung gelten 44 A, also etwa 30 kVA.
Typisch: bis 5 Wohneinheiten ohne Durchlauferhitzer
Kleinwandler
Bis 100 A
Etwa 69 kVA. Halbindirekte Messung in kompakter Bauform nach VDE-AR-N 4100:2026-04. Noch nicht jeder Messstellenbetreiber hat den passenden Zähler.
Typisch: 6 bis 17 Wohneinheiten ohne Durchlauferhitzer
Wandler
Bis 200 A
Etwa 139 kVA. Klassische Wandleranlage mit eigenem Messteil für die Stromwandler.
Typisch: größere Häuser, Häuser mit Durchlauferhitzern oder vielen Wallboxen
Wandler
Über 200 A
Zum Beispiel mit Wandlern 250/5 A oder 500/5 A. Bei großen Anschlüssen oft mit dem Hauptverteiler kombiniert.
Typisch: große Wohnanlagen und Gewerbe
So rechnet der Check
Der Check nutzt dieselben Grundlagen, mit denen Netzbetreiber Hausanschluss und Zählerplatz bemessen. Er ist auf den Hauptzähler eines Mehrfamilienhauses ausgelegt, zum Beispiel den Summenzähler im Mieterstrom.
Wohnungen: Leistungsbedarf nach DIN 18015-1:2020-05, Anhang A, Bild A.1, mit Gleichzeitigkeit, mit und ohne elektrische Warmwasserbereitung (Werte aus Tabelle 2 der Umsetzungshilfe zu den TAB NS Nord 2023).
Wallboxen: Gleichzeitigkeit nach Tabelle 3 derselben Umsetzungshilfe, für 3,4, 11 und 22 kW. Die DIN 18015-1 setzt ohne Lastmanagement die volle Summe der Ladeleistungen an.
Wärmepumpe: volle elektrische Leistung ohne Abschlag.
PV: Beim Summenzähler fließt auch die Einspeisung über den Hauptzähler. Der höhere Wert aus Bezug und Einspeisung bestimmt die Messung.
Grenzen: Direktmessung bis 63 A, bei Dauerlast bis 44 A. Wandlerstufen bis 100 A, bis 200 A und darüber nach VDE-AR-N 4100:2026-04.
Nicht eingerechnet: Allgemeinstrom. Ein Aufzug oder Gewerbe kann knappe Fälle kippen.
Faustregel für Wohnungen ohne Wärmepumpe und Wallbox
Ohne Durchlauferhitzer reicht die Direktmessung bis 5 Wohneinheiten (41 kVA). Ab 6 Wohneinheiten (44 kVA) wird ein Wandler nötig.
Mit Durchlauferhitzern ist das schon ab 2 Wohneinheiten der Fall (52 kVA).
Einzelne Netzbetreiber erlauben mehr, zum Beispiel lässt Stromnetz Berlin 100 A direkt zu. Prüfen Sie die TAB Ihres Netzbetreibers.
Wandlermessung nach Wohneinheiten
| Wohneinheiten | Ohne Durchlauferhitzer | Mit Durchlauferhitzern |
|---|---|---|
| 1 | 14,5 kVADirektmessung | 34 kVADirektmessung |
| 2 | 24 kVADirektmessung | 52 kVAKleinwandler bis 100 A |
| 3 | 32 kVADirektmessung | 64 kVAKleinwandler bis 100 A |
| 4 | 37 kVADirektmessung | 73 kVAWandler bis 200 A |
| 5 | 41 kVADirektmessung | 81 kVAWandler bis 200 A |
| 6 | 44 kVAKleinwandler bis 100 A | 87 kVAWandler bis 200 A |
| 8 | 50 kVAKleinwandler bis 100 A | 98 kVAWandler bis 200 A |
| 10 | 55 kVAKleinwandler bis 100 A | 107 kVAWandler bis 200 A |
| 12 | 59 kVAKleinwandler bis 100 A | 113 kVAWandler bis 200 A |
| 15 | 65 kVAKleinwandler bis 100 A | 122 kVAWandler bis 200 A |
| 17 | 69 kVAKleinwandler bis 100 A | 128 kVAWandler bis 200 A |
| 18 | 70 kVAWandler bis 200 A | 130 kVAWandler bis 200 A |
| 20 | 72 kVAWandler bis 200 A | 134 kVAWandler bis 200 A |
| 25 | 77 kVAWandler bis 200 A | 144 kVAWandler über 200 A |
Lastmanagement: eine Messstufe kleiner
Wärmepumpen und Wallboxen zählen als Dauerlast. Für die Direktmessung dürfen sie zusammen höchstens etwa 30 kVA ausmachen. Ein Lastmanagement, das beide gemeinsam begrenzt, kann den Anschluss deshalb eine Stufe kleiner halten, zum Beispiel Kleinwandler statt klassischer Wandleranlage.
Untergrenze Wärmepumpe: Steuerbare Wärmepumpen dürfen nach § 14a EnWG auf 4,2 kW gedimmt werden, größere Anlagen auf 40 % der Anschlussleistung.
Untergrenze Wallbox: Jede Wallbox lädt noch mit mindestens 6 A einphasig, also etwa 1,4 kW.
Im Check: Er zeigt, welche Begrenzung für die nächstkleinere Messstufe reicht.
Vorab klären: ob der Netzbetreiber die Begrenzung bei der Bemessung des Zählerplatzes anerkennt.
Was das Ergebnis für Ihr Projekt bedeutet
Für Elektriker und Solarteure
Beim physischen Summenzähler läuft der Strom des ganzen Hauses über einen Zähler. Deshalb ist meist ab 5 bis 6 Wohneinheiten ein Wandler nötig, mit Durchlauferhitzern, Wärmepumpe oder Wallboxen früher.
Ist im Zählerraum kein Platz für einen Wandlerschrank, ist der virtuelle Summenzähler eine Alternative. Dach für Dach liefert Messkonzept und Messtechnik, Sie installieren und nehmen die Anlage in Betrieb.
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Für Eigentümer
Eine Wandlermessung braucht mehr Platz im Zählerraum und kostet mehr als ein direkt messender Zähler. Ab einer gewissen Hausgröße ist sie aber Pflicht, auch ohne Mieterstrom.
Wir klären im Messkonzept, welche Messung Ihr Haus braucht, bevor der Zählerschrank geplant wird, und rechnen die Wirtschaftlichkeit für Ihr Haus durch.
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Häufige Fragen zur Wandlermessung
Ohne Durchlauferhitzer, Wärmepumpe und Wallboxen in der Regel ab 6 Wohneinheiten: Dann liegt der Leistungsbedarf nach DIN 18015-1 bei etwa 44 kVA und damit über der Grenze der Direktmessung von etwa 43 kVA (63 A). Mit Durchlauferhitzern ist das schon ab 2 Wohneinheiten der Fall.
Wärmepumpe, Wallboxen und eine PV-Einspeisung über 30 kVA ziehen die Grenze weiter nach vorn. Einzelne Netzbetreiber erlauben mehr. Maßgeblich sind ihre Technischen Anschlussbedingungen (TAB).
Bei der Direktmessung fließt der gesamte Strom durch den Zähler. Bei der Wandlermessung, auch halbindirekte Messung genannt, setzen Stromwandler den Strom in den Hauptleitungen auf einen kleinen Messstrom herunter, meist 5 A. Der Zähler misst diesen Strom und rechnet ihn mit dem Wandlerfaktor hoch. Dafür braucht es ein eigenes Messteil mit Wandlern und Prüfklemmen.
Ein direkt messender Stromzähler und sein Zählerplatz sind nur für eine begrenzte Stromstärke ausgelegt. Nach VDE-AR-N 4100 liegt diese Grenze bei 63 A für haushaltsübliche Lasten. Für Dauerstromanwendungen wie Wärmepumpen oder Wallboxen gilt eine niedrigere Grenze von 44 A. Bei höheren Strömen ist eine Wandlermessung nötig, damit der Strom sicher und genau gemessen werden kann. Dabei fließt der Laststrom nicht mehr durch den Zähler selbst, sondern wird durch Stromwandler gemessen.
In einer normgerechten Anlage schaltet der selektive Hauptleitungsschutzschalter (SH-Schalter) vor dem Zähler bei Überlast ab. Alles, was hinter diesem Zähler angeschlossen ist, hat dann keinen Strom mehr. Bei einem Summenzähler im Mehrfamilienhaus ist das in der Regel das ganze Gebäude. Nach einer Überlastauslösung lässt sich der SH-Schalter von Hand wieder einschalten. Löst er wiederholt aus, ist die Direktmessung zu klein dimensioniert. Dann ist eine Wandlermessung nötig oder ein Lastmanagement, das die Last dauerhaft unter dem Grenzwert hält.
Direkt messende Zähler sind bis 63 A für haushaltsübliche Last ausgelegt, die über den Tag schwankt. Wärmepumpen, Wallboxen und PV-Anlagen belasten den Zähler dagegen über Stunden mit hohem Strom. Für diese Dauerlast gilt deshalb eine Grenze von 44 A, das sind etwa 30 kVA.
Maßgeblich ist die Leistung des Wechselrichters in kVA, nicht die Modulleistung in kWp. Bis 30 kVA kann direkt gemessen werden, denn für die Einspeisung als Dauerlast gilt eine Grenze von 44 A. Darüber ist eine Wandlermessung nötig. Bis etwa 69 kVA reicht nach VDE-AR-N 4100:2026-04 eine Kleinwandleranlage bis 100 A.
Beim Summenzähler im Mieterstrom zählt der höhere Wert aus Strombezug des Hauses und PV-Einspeisung.
Nicht automatisch. Wärmepumpen und Wallboxen zählen als Dauerlast und dürfen am direkt messenden Zähler zusammen höchstens etwa 30 kVA ausmachen. Zusätzlich darf der gesamte Bezug des Hauses etwa 43 kVA nicht überschreiten. Im Mehrfamilienhaus mit Summenzähler ist diese Grenze schnell erreicht.
Ein Lastmanagement, das Wärmepumpe und Wallboxen gemeinsam begrenzt, kann eine Messstufe einsparen. Der Check oben zeigt, welche Begrenzung dafür reicht.
Die VDE-AR-N 4100 in der Fassung 2026-04 sieht eine halbindirekte Messung bis 100 A in kompakter Bauform vor. Sie braucht weniger Platz und ist günstiger als eine klassische Wandleranlage. Noch bietet nicht jeder Messstellenbetreiber den passenden Zähler an. Fragen Sie deshalb vor der Planung nach.
Der größte Posten ist der Zählerplatz: Ein Wandlerschrank kostet mit Einbau zwischen 3.000 und 7.000 Euro, je nach Größe, Hersteller und Aufwand vor Ort. Ein direkt messender Zählerplatz ist deutlich günstiger, eine Kleinwandleranlage bis 100 A liegt dazwischen.
Ob ein Lastmanagement die Wandlermessung vermeidet oder eine Stufe kleiner macht, zeigt der Check oben.
Die Grenzwerte und Anforderungen an den Zählerplatz stehen in den TAB des Netzbetreibers. Welche Messung eingebaut wird, legt der Messstellenbetreiber fest. Nutzen Sie den Check als Planungsgrundlage und stimmen Sie das Ergebnis ab, bevor Sie den Zählerschrank bestellen.
Beim physischen Summenzähler misst ein Zähler am Hausanschluss den Strom des ganzen Hauses, inklusive PV-Einspeisung. Deshalb wird dort früher eine Wandlermessung nötig als bei einzelnen Wohnungszählern.
Ist kein Platz für einen Wandlerschrank, ist der virtuelle Summenzähler die Alternative. Er braucht keinen Wandlerschrank, die Prozesse mit Netz- und Messstellenbetreiber dauern aber länger.
Bei der GGV behält jede Wohnung ihren eigenen Zähler, einen Summenzähler gibt es nicht. Eine Wandlermessung kann dann für den Zähler der PV-Anlage nötig sein, wenn die Einspeisung über etwa 30 kVA liegt. Der Check ist auf den Summenzähler ausgelegt.
Quellen
VDE FNN: TAR Niederspannung VDE-AR-N 4100:2026-04 (Herausgeber)
VDE Verlag: VDE-AR-N 4100 Anwendungsregel:2026-04 (Normtext)
DIN Media: DIN 18015-1 Elektrische Anlagen in Wohngebäuden – Planungsgrundlagen
Stromnetz Berlin: Umsetzungshilfe zu den TAB NS Nord 2023, v2.0 (PDF)
Bonn-Netz: E-Fachpartner-Info zur VDE-AR-N 4100:2026-04, April 2026 (PDF)
BS Netz: Netzbetreiber-spezifische Ergänzungen zur TAB NS Nord 2023 (PDF)
Stand: November 2026. Der Check ist eine Vorabschätzung für die Planung und keine verbindliche Auskunft des Netzbetreibers.
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