Praxis & Umsetzung

Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung (GGV) mit Stromnetz Berlin

Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung (GGV) mit Stromnetz Berlin: Wir erklären Messstellenbetrieb, Zählerdatenauslesung, Abrechnung und Zahlungsmanagement.

3 Minuten


Solarstrom vom eigenen Dach gemeinsam im Haus nutzen: Genau darum geht es bei der gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung, kurz GGV. Damit das im Alltag funktioniert, müssen nicht nur die Solaranlage und die Zähler zusammenpassen. Auch Messdaten, Abrechnung und Zahlungen müssen zuverlässig organisiert sein.



Bei unserer Umsetzung mit Stromnetz Berlin sind die Aufgaben klar verteilt: Stromnetz Berlin ist der Messstellenbetreiber. Dach für Dach liest die Zählerdaten aus und übernimmt die Abrechnung sowie das Zahlungsmanagement für den im Rahmen der GGV genutzten Solarstrom.


Was bedeutet gemeinschaftliche Gebäudeversorgung?


Bei der GGV wird Solarstrom aus einer Photovoltaikanlage innerhalb des Gebäudes von den teilnehmenden Haushalten genutzt. Der zugeteilte Solarstrom ergänzt die normale Stromversorgung. Reicht die Erzeugung auf dem Dach nicht aus, beziehen die Bewohner ihren zusätzlichen Strom weiterhin über einen separat gewählten Stromlieferanten.



Anders als bei einem klassischen Mieterstrommodell mit Vollversorgung werden Solarstrom und Reststrom getrennt organisiert und abgerechnet. Für Eigentümer und Bewohner ist deshalb wichtig, von Anfang an zu wissen, wer für welchen Teil zuständig ist.


Stromnetz Berlin übernimmt den Messstellenbetrieb


In dem hier beschriebenen Modell ist Stromnetz Berlin für den Messstellenbetrieb verantwortlich. Diese Rolle ist von unseren Aufgaben bei Dach für Dach zu unterscheiden: Wir übernehmen nicht den Messstellenbetrieb, sondern nutzen die Zählerdaten als Grundlage für die weitere Abwicklung der Gebäudeversorgung.



Vor dem Start müssen das Messkonzept, die benötigte Messtechnik und der Zugang zu den erforderlichen Daten für das konkrete Gebäude abgestimmt sein. Welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen und wann die Umsetzung beginnen kann, hängt vom jeweiligen Projekt ab.


Dach für Dach liest die Zählerdaten aus


Wir lesen die für die GGV benötigten Zählerdaten über den abgestimmten Datenzugang aus und verarbeiten sie für die Abrechnung. Entscheidend ist, Erzeugung und Verbrauch zeitlich zusammenzuführen. Bei der GGV erfolgt die Zuordnung des Solarstroms auf Basis von Viertelstundenwerten und dem vereinbarten Aufteilungsschlüssel.



Ein bloßer Vergleich von Jahreserzeugung und Jahresverbrauch reicht dafür nicht aus. Eine Wohnung kann beispielsweise abends viel Strom verbrauchen, während die Anlage vor allem mittags produziert. Erst die zeitlich passenden Messwerte zeigen, welcher Solarstromanteil tatsächlich zugeordnet werden kann.


Abrechnung und Zahlungsmanagement aus einer Hand


Auf Grundlage der Messdaten und der vereinbarten Konditionen erstellen wir die Abrechnung für den zugeteilten Solarstrom. So wird für die teilnehmenden Haushalte nachvollziehbar, welche Strommenge aus der Gebäudeversorgung stammt und welche Kosten dafür anfallen. Die Abrechnung des zusätzlich bezogenen Netzstroms bleibt beim jeweiligen Reststromlieferanten.



Zusätzlich übernehmen wir das Zahlungsmanagement für die GGV. Damit endet unsere Arbeit nicht mit der Erstellung einer Rechnung: Auch die zugehörige Zahlungsabwicklung wird im vereinbarten Leistungsumfang von Dach für Dach organisiert. Eigentümer und Verwaltungen müssen diese Abläufe dadurch nicht selbst neben ihrem Tagesgeschäft aufbauen.


So wird aus dem Konzept ein laufender Betrieb


Am Anfang steht die Prüfung des Gebäudes: Welche Solaranlage ist vorhanden oder geplant, welche Haushalte möchten teilnehmen und welche Messtechnik wird benötigt? Anschließend werden Messkonzept, Datenzugang und die vertraglichen Grundlagen abgestimmt. Vor dem Abrechnungsstart müssen die benötigten Messdaten verfügbar und die Konditionen der Gebäudeversorgung festgelegt sein.



Im laufenden Betrieb greift die Aufgabenverteilung ineinander: Stromnetz Berlin übernimmt den Messstellenbetrieb. Dach für Dach liest die Zählerdaten aus, erstellt die Solarstromabrechnung und kümmert sich um das Zahlungsmanagement. Die Bewohner behalten daneben ihren separaten Vertrag für den Reststrom.

Vor- und Nachteile der GGV

Vorteil: Keine Vollversorgungspflicht. Der Betreiber muss keinen Reststrom einkaufen. Mieter und Gewerbeeinheiten führen ihren eigenen Reststromvertrag weiter.

Nachteil: Die Wirtschaftlichkeit fällt geringer aus als beim Mieterstrom. Für die GGV gibt es keinen Mieterstromzuschlag. Zudem behält jede teilnehmende Einheit ihre eigene Marktlokation und die zugehörigen fixen Netzentgeltbestandteile. Die nötigen Smart Meter (iMSys) verursachen zusätzliche laufende Messkosten.

Wann ist die GGV das beste Modell?

  1. Gewerbeeinheiten: Bei hohem Stromverbrauch während der Sonnenstunden, wenn der eigene Reststromvertrag erhalten bleiben soll.

  2. Große WEGs: Wenn keine Einigung auf eine gemeinsame Reststrombeschaffung möglich ist, die Gemeinschaft aber Solarstrom vom Dach nutzen möchte.


Fazit: Klare Zuständigkeiten machen GGV praktikabel


Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung braucht mehr als eine Solaranlage auf dem Dach. Erst wenn Messstellenbetrieb, Datenverarbeitung und kaufmännische Abwicklung zusammenpassen, lässt sich der Solarstrom im Haus verlässlich abrechnen. Mit Stromnetz Berlin als Messstellenbetreiber und Dach für Dach für Zählerdatenauslesung, Abrechnung und Zahlungsmanagement sind diese Aufgaben klar zugeordnet.



Sie möchten GGV in Ihrem Berliner Mehrfamilienhaus umsetzen? Sprechen Sie uns an. Gemeinsam prüfen wir die Voraussetzungen Ihres Gebäudes und klären die nächsten Schritte.

Geschrieben von

Redaktion Dach für Dach

FAQ

Häufige Fragen

Was ist Mieterstrom?

Beim Mieterstrom wird Solarstrom vom Dach eines Mehrfamilienhauses direkt an die Mieterinnen und Mieter im selben Gebäude verkauft, ohne den Umweg über das öffentliche Stromnetz. Reicht der Solarstrom nicht aus, wird automatisch Strom aus dem Netz nachgeliefert. Die Stromversorgung ist also jederzeit gesichert.

Wie verläuft der Prozess mit Dach für Dach?

Zum Start berechnen wir das Renditepotenzial Ihrer Immobilie und legen gemeinsam einen Zeitplan fest. Danach informieren Sie als Vermieter die Mietparteien, dafür stellen wir Informationsmaterial bereit und unterstützen auf Wunsch bei der Mieterkommunikation. Anschließend installiert ein Fachbetrieb die Anlage, bei der Auswahl helfen wir gerne.

Wie überzeuge ich meine Mieter?

Mieter profitieren von niedrigeren Strompreisen, weil sie Netzentgelte sparen und günstigen Solarstrom vom eigenen Dach nutzen. Ihre Stromkosten sinken um bis zu 30 %. Außerdem werden sie unabhängiger vom Strommarkt. Dach für Dach unterstützt Sie mit Informationsmaterial und auf Wunsch aktiv im Gespräch mit Ihren Mietparteien.

Was passiert bei einem Mieterwechsel?

Sobald eine Mietpartei auszieht, endet automatisch ihre Teilnahme am Mieterstrom. Neue Mieter können dem Modell beitreten. Wir empfehlen, neue Mieter frühzeitig über die Möglichkeit der Versorgung durch die Solaranlage des Hauses zu informieren, damit sie ab dem Einzug versorgt werden können.

Wer kümmert sich um Planung und Installation der Solaranlage?

Sie wählen selbst den Fachbetrieb aus, der die Anlage plant und installiert. Dach für Dach unterstützt bei der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung verschiedener Anlagengrößen und bringt Sie auf Wunsch mit einem unserer Partnerbetriebe zusammen.

Wie läuft der Betrieb der Solaranlage?

Im Betrieb unterstützen Sie unser Team und die Dach-für-Dach-Software. Sie liefert aktuelle Verbrauchs- und Erzeugungsdaten der einzelnen Wohneinheiten und übernimmt die Abrechnung der Stromkosten. Die Wartung der Anlage übernimmt der Fachpartner, der sie installiert hat.

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