Wissen & Aufklärung

Warum machen so wenige Vermieter:innen Mieterstrom?

Veröffentlichungsdatum:

14.11.2025

Autorin:

Camila Blajos Razuk

Lesezeit: 

7 Minuten

Wissen & Aufklärung

Warum machen so wenige Vermieter Mieterstrom?

Veröffentlichungsdatum:

14.11.2025

Autorin:

Camila Blajos Razuk

Lesezeit: 

7 Minuten

Mieterstrom klingt eigentlich nach einer Win-win-Situation: Solarstrom direkt vom eigenen Dach, günstig für die Mieter:innen, wirtschaftlich für die Vermieter:innen und gut fürs Klima. Die Idee ist simpel: Auf dem Mehrfamilienhaus wird eine Solaranlage installiert, der Strom wird vor Ort an die Bewohner:innen geliefert, ohne Umweg über das öffentliche Netz – für diese lokalen Lieferungen fallen keine Netzentgelte und bestimmte Umlagen an.

Trotzdem bleibt die Realität deutlich hinter diesem Potenzial zurück. Eine aktuelle Auswertung zeigt: Bislang sind nur rund 0,3 % der Mietshäuser in Deutschland mit einem Mieterstrom-Modell ausgestattet, obwohl Millionen Mieterhaushalte in Mehrfamilienhäusern theoretisch profitieren könnten.

Studien des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und weitere Analysen machen deutlich, dass der Ausbau von Photovoltaik auf Mehrfamilienhäusern massiv hinter den Möglichkeiten zurückbleibt – und nennen als Gründe vor allem bürokratische Hürden, komplexe Technik sowie fehlende Standardisierung bei Mess- und Abrechnungsprozessen.

In diesem Artikel schauen wir uns genau an, warum so viele Vermieter:innen bislang keinen Mieterstrom umsetzen, welche Missverständnisse und strukturellen Hindernisse dahinterstehen – und warum sich die Rahmenbedingungen 2024/2025 spürbar zu Gunsten der Vermieter:innen verändern. Ziel ist es, Ihnen einen klaren Überblick zu geben, damit Sie am Ende beantworten können:

„Ist Mieterstrom für mein Gebäude eine Option – und wenn ja, wie setze ich das ohne Bürokratie-Stress um?“

Berechnen Sie Ihre Rendite
100% kostenfrei!

Wie groß ist das ungenutzte Potenzial? Zahlen & Fakten zur Einordnung

Deutschland verfügt über ein enormes Mieterstrompotenzial – doch die tatsächliche Umsetzung liegt weit hinter den Möglichkeiten zurück. Eine aktuelle Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt für das Jahr 2025, dass bundesweit rund 3,08 Millionen Mehrfamilienhäuser technisch für Photovoltaik geeignet wären. Diese Gebäude umfassen mehr als 20 Millionen Wohnungen und könnten zusammen über 60 Gigawatt Solarleistung aufnehmen. Die Studien stützen sich u. a. auf Daten von Agora Energiewende, dem Forschungsinstitut für Wärmeschutz sowie dem Statistischen Bundesamt.

Mieterstrom ist trotz seines großen Potenzials ein vergleichsweise junges Modell. Besonders die Umsetzung mit virtuellem Summenzähler als moderne, energiewirtschaftliche Lösung existiert erst seit 2023. Viele Vermieter:innen haben daher noch kaum Berührungspunkte damit, und auch viele Netzbetreiber, Messstellenbetreiber und Energieversorger sammeln erst seit wenigen Jahren praktische Erfahrung. Dass Mieterstrom heute noch als „neu“ wahrgenommen wird, hat also strukturelle Gründe – nicht technische.

Trotz dieses großen Potenzials bleibt die tatsächliche Verbreitung von Mieterstrom sehr gering. Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) waren im Jahr 2025 rund 5.400 Mieterstromanlagen bei der Bundesnetzagentur registriert.

Mieterstrom ist trotz seines großen Potenzials ein vergleichsweise junges Modell. Besonders die Umsetzung mit virtuellem Summenzähler als moderne, energiewirtschaftliche Lösung existiert erst seit 2023. Viele Vermieter:innen haben daher noch kaum Berührungspunkte damit, und auch viele Netzbetreiber, Messstellenbetreiber und Energieversorger sammeln erst seit wenigen Jahren praktische Erfahrung. Dass Mieterstrom heute noch als „neu“ wahrgenommen wird, hat also strukturelle Gründe – nicht technische.

Auch die historische Entwicklung zeigt ein ähnliches Bild:

Im offiziellen Mieterstrombericht der Bundesnetzagentur von 2019 wurden lediglich 677 Mieterstromanlagen ausgewiesen. Seitdem ist zwar ein Wachstum erkennbar, aber die Gesamtzahl bleibt weiterhin niedrig und weit von einer breiten Marktdurchdringung entfernt.

Die zeitliche Einordnung ist wichtig:

  • 2019: 677 Anlagen (BNetzA Mieterstrombericht)
  • 2025: ca. 5.400 Anlagen (iwd, basierend auf MaStR-Daten)

Damit wird klar: Der Mieterstrommarkt wächst – aber im Schneckentempo.

Das theoretische Potenzial ist riesig, die tatsächliche Umsetzung bewegt sich bislang im Promillebereich.

Grund 1 – Bürokratie & komplexe Prozesse schrecken viele Vermieter:innen ab

Mieterstrom gilt in der Theorie als Win-win-Modell. In der Praxis aber erleben viele Vermieter:innen schon beim ersten Blick ins Regelwerk eine deutliche Ernüchterung. Der Grund: Die Umsetzung ist komplex, stark reguliert und erfordert Abstimmungen mit einer Vielzahl von Akteuren. Genau das schreckt viele private und kleinere Vermieter:innen ab – obwohl das Modell wirtschaftlich attraktiv wäre.

Zu viele Akteure, zu viele Schnittstellen

Typische Mieterstromprojekte erfordern Abstimmungen mit:

  • dem Netzbetreiber (Anmeldung, Netzverträglichkeitsprüfung, Messkonzept),
  • dem Messstellenbetreiber (Zähler, Smart Meter, Summenzähler),
  • dem Stromlieferanten (Lieferantenrahmenvertrag, Bilanzkreis),
  • dem Marktstammdatenregister (BNetzA),
  • sowie ggf. Baubehörden und Solaranlagenbauern.

 

Für die meisten Vermieter:innen ist das zeitaufwendig, intransparent und schwer verständlich, weil es keine einheitliche Prozessführung gibt.

Studien wie die IW-Analyse aus 2025 und frühere BNetzA-Berichte zeigen, dass die fehlende Standardisierung einer der Hauptgründe für den langsamen Mieterstromausbau ist.

Unterschiedliche Anforderungen bei Netzbetreibern

Ein wesentlicher Grund für den schleppenden Ausbau ist die fehlende Standardisierung. In Deutschland arbeiten über 800 Netzbetreiber – und jeder legt eigene Anforderungen an Anschluss, Zählerkonzepte und technische Kommunikation fest. Während ein Netzbetreiber ein einfaches Summenzählermodell akzeptiert, verlangt ein anderer zusätzliche Unterzähler, erweiterte Messpunkte oder eine spezifische Smart-Meter-Gateway-Anbindung. Diese regionale Fragmentierung macht es für Vermieter:innen nahezu unmöglich, sich auf ein einheitliches Vorgehen zu verlassen oder verlässliche Planbarkeit zu erreichen. Die Konsequenz ist, dass viele Projekte bereits in der Konzeptionsphase ins Stocken geraten oder frühzeitig verworfen werden, weil Vermieter:innen nicht einschätzen können, welche Anforderungen sie im eigenen Netzgebiet tatsächlich erfüllen müssen.

Abrechnung & Energielieferung als weitere Hürde

Zusätzlich zur technischen Komplexität schreckt viele Vermieter:innen die Vorstellung ab, selbst als Stromlieferant aufzutreten. Denn mit der Energielieferung entstehen Pflichten, die weit über das hinausgehen, was typischerweise zu den Aufgaben eines Vermieters oder einer Vermieterin gehört. Verbrauchsabrechnungen, Vertragsgestaltung, Stromkennzeichnung, Kommunikation mit Mietern, gesetzliche Informationspflichten und die Archivierung von Messwerten – all das klingt für viele nach einem Aufwand, der eher an einen Energieversorger als an einen Immobilienbesitzer erinnert. Auch wenn moderne Plattformen diese Prozesse inzwischen weitgehend automatisieren können, bleibt das Gefühl bestehen, Verantwortung für ein komplexes Energiethema zu übernehmen. Für viele Vermieter:innen ist das schlicht ein Schritt, den sie ohne professionelle Unterstützung nicht gehen möchten.

Grund 2 – Unklarheit & häufige Missverständnisse rund um Mieterstrom

Viele Vermieter:innen kennen das Modell noch nicht im Detail – und das ist völlig normal

Mieterstrom ist ein vergleichsweise junges Konzept. Viele Vermieter:innen begegnen dem Thema zum ersten Mal, wenn sie sich mit einer Modernisierung ihres Hauses beschäftigen. Dabei ist es vollkommen nachvollziehbar, dass einige Punkte unklar bleiben: Mieterstrom unterscheidet sich an mehreren Stellen von einer klassischen Dach-PV-Anlage und wird in der Praxis selten verständlich erklärt. Was wir in Gesprächen immer wieder beobachten: Das Interesse ist groß – aber es fehlt an klaren, verlässlichen Informationen.

Die häufigsten Missverständnisse – kurz erklärt

Rund um Mieterstrom kursieren einige Missverständnisse, die Vermieter:innen oft verunsichern, obwohl sie sich leicht ausräumen lassen. Viele fragen sich zum Beispiel, ob sie dadurch zum „Stromversorger“ werden, ob alle Mieter:innen zustimmen müssen oder ob das Modell nur mit voller Sonneneinstrahlung funktioniert. In der Realität ist der Prozess deutlich einfacher: Vermieter behalten ihre gewohnte Rolle, das öffentliche Stromnetz bleibt vollständig erhalten, und ein Mieterstromprojekt kann schon starten, wenn nur ein einzelner Haushalt teilnehmen möchte.

Solche Unsicherheiten entstehen nicht, weil Vermieter:innen schlecht informiert wären, sondern weil Mieterstrom ein Spezialthema ist, das selten kompakt erklärt wird. Genau deshalb haben wir die häufigsten Irrtümer ausführlich zusammengefasst – inklusive verständlicher Beispiele und klarer Antworten.

Eine vollständige Übersicht über die wichtigsten Irrtümer finden Sie in unserem Artikel 8 Irrtümer über Mieterstrom und Solarenergie – und was wirklich dahintersteckt.

Warum Missverständnisse echte Projekte verhindern

Unklare Informationen führen oft dazu, dass Vermieter:innen ein potenziell lukratives Projekt gar nicht erst prüfen. Viele unterschätzen die Wirtschaftlichkeit oder überschätzen den eigenen Aufwand. Fakt ist: Mieterstrom ist für Vermieter:innen einfacher und rentabler geworden als je zuvor, insbesondere mit professioneller Unterstützung, die technische, organisatorische und regulatorische Aufgaben übernimmt.

Grund 3 – Wirtschaftliche Unsicherheiten & Fehleinschätzungen

Viele Vermieter:innen unterschätzen die Wirtschaftlichkeit von Mieterstrom

Mieterstrom wird häufig als wenig rentabel eingeschätzt, obwohl eine Studie des Institut der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, dass die Renditen bei typischen Gebäuden zwischen etwa 3,6 % und sogar bis zu 18,5 % liegen können – je nach Teilnehmerzahl und Systemgröße.

Viele Vermieter:innen wissen jedoch nicht, dass zusätzlich zum Stromertrag auch Dachverpachtung oder feste Einnahmemodelle hinzukommen können und somit die Wirtschaftlichkeit oft besser ist, als ursprünglich gedacht.

Unsicherheit durch schwankende Strompreise

Die Preise für Netzstrom steigen seit Jahren; doch beim Modell Mieterstrom besteht eine stabile Kostenstruktur, da der lokal erzeugte PV-Strom und damit verbunden die Einnahmen für Vermieter:innen kalkulierbarer sind. Laut einer Analyse im Rahmen des Ariadne Kopernikus Projektes könnte so ein zusätzlicher Beitrag von bis zu 60 GW installierbarer PV-Leistung allein im Mieterstromumfeld entstehen – ein Zeichen dafür, dass das Modell auch bei moderaten Preisen funktioniert.

Die Unsicherheit vieler Vermieter:innen liegt eher in der Technik oder im Ablauf – nicht in der Wirtschaftlichkeit selbst.

Investitionen wirken abschreckend – obwohl Vermieter:innen kaum Risiko tragen

Viele Vermieter:innen befürchten hohe Kosten oder ein hohes finanzielles Risiko. Tatsächlich zeigen aktuelle Analysen des IW, dass das Modell bereits bei kleineren Mehrfamilienhäusern wirtschaftlich möglich ist – und Vermieter:innen häufig kein eigenes Kapital einsetzen müssen, da Dienstleister Finanzierung, Betrieb und Technik übernehmen.

Damit sinkt das Risiko deutlich – und besonders für kleinere Eigentümerhäuser wird Mieterstrom damit attraktiv.

Fehlannahme: „Mieterstrom lohnt sich nur für große Wohnungsunternehmen“

Langfristig galt Mieterstrom als Lösung vor allem für große Bestandshalter. Neue Untersuchungen zeigen jedoch, dass Gerade kleinere Mehrfamilienhäuser von der Nähe zwischen Erzeugung und Verbrauch profitieren und dadurch hohe Eigenverbrauchsanteile realisieren können. Zum Beispiel errechnet das IW-Potenzialpapier, dass in rund 3 Millionen Mehrfamilienhäusern technisch Mieterstrom möglich wäre.

Das bedeutet: Auch Vermieter:innen kleinerer Häuser haben tatsächlich sehr gute Chancen – vorausgesetzt die Rahmenbedingungen sind geklärt.

Grund 4 – Technische Unsicherheiten & fehlende Orientierung

Viele Vermieter:innen fühlen sich bei technischen Fragen allein gelassen

Für viele Vermieter:innen ist die Photovoltaik auf Mehrfamilienhäusern Neuland. Während klassische Dach-PV auf Eigenheimen inzwischen gut bekannt ist, wirkt Mieterstrom technisch komplexer: neue Begriffe, andere Zählerkonzepte, zusätzliche Marktrollen. Das führt aber nicht zu Ablehnung, sondern vielmehr zu der verständlichen Frage: „Wer kümmert sich am Ende um die ganze Technik?“

Weil es für Mieterstrom bisher nur wenige leicht verständliche Informationsangebote speziell für Vermieter:innen gibt, entsteht schnell der Eindruck, das System könne fehleranfällig oder wartungsintensiv sein – obwohl moderne Anlagen heute sehr zuverlässig und weitgehend automatisiert laufen.

Unterschiedliche Netzgebiete schaffen zusätzliche Unsicherheit

Eine der größten Herausforderungen ist, dass technische Anforderungen nicht bundesweit einheitlich geregelt sind. Je nach Netzbetreiber können sich Vorgaben für Zählerschränke, Summenzähler, Unterzähler, Smart-Meter-Gateways oder technische Anschlussbedingungen unterscheiden. Was in einem Netzgebiet problemlos funktioniert, kann im nächsten ganz anders aussehen. Für Vermieter:innen ist diese Vielfalt schwer zu überblicken – und häufig entsteht der Eindruck, dass technische Risiken schwer kalkulierbar seien. In der Praxis sind diese Unterschiede aber vor allem organisatorischer Natur, nicht technisch riskant.

Angst vor Störfällen oder zusätzlichem Aufwand im Alltag

Viele Vermieter:innen fragen sich, ob sie im Störungsfall selbst aktiv werden müssen – etwa bei einem Zählerproblem, einer Gateway-Störung oder einem Datenfehler zwischen Netzbetreiber, Messstellenbetreiber und Energielieferant. Diese Sorge ist nachvollziehbar, aber unbegründet.

Die Bundesnetzagentur stellt klar, dass Vermieter:innen den gesamten Anlagenbetrieb oder einzelne Aufgaben an einen Dienstleister oder Messstellenbetreiber übertragen können. Das umfasst unter anderem technische Betriebsführung, Abrechnung, Messstellenbetrieb und energiewirtschaftliche Prozesse.

In einem professionell organisierten Mieterstrommodell übernehmen daher der Messstellenbetreiber (gesetzlich verantwortlich für Messung, Fernkommunikation und Störungsbehebung) sowie der Mieterstromdienstleister (für Betriebsführung, Überwachung und Koordination) alle relevanten operativen Aufgaben.

Für Vermieter:innen bedeutet das: keine technischen Pflichten im Alltag. Sie müssen weder Zähler ablesen, noch Störungen selbst organisieren oder technische Systeme überwachen.

Warum technische Unsicherheit kein Hindernis sein muss

Sobald Vermieter:innen ein klares Messkonzept, eine transparente Planung und die Rollenverteilung der Marktakteure erkennen, löst sich die technische Unsicherheit meist schnell auf. Moderne Mieterstromprojekte basieren auf digitalen Zählern, automatisierter Datenübertragung, zertifizierten Smart-Meter-Gateways und zuverlässigen Schnittstellen zwischen Netzbetreiber, Messstellenbetreiber und Energiedienstleister. Anbieter wie Dach für Dach übernehmen dabei nicht nur die technische Umsetzung, sondern auch die regulatorische Abstimmung im Hintergrund.

Dadurch reduziert sich die technische Komplexität für Vermieter:innen auf genau das, was sie sich wünschen: ein stabiles System ohne zusätzlichen Aufwand oder Risiko.

Grund 5 – Sorge vor Verantwortung & langfristigen Verpflichtungen

Vermieter:innen möchten keine zusätzlichen Verpflichtungen eingehen

Viele Vermieter:innen sind grundsätzlich offen für energetische Modernisierungen, möchten aber keine neuen langfristigen Verpflichtungen übernehmen, die sie operativ oder organisatorisch belasten könnten. Diese Sorge ist absolut nachvollziehbar – vor allem, weil das EEG klar definiert, dass der Anlagenbetreiber bestimmte Pflichten trägt (§ 3 Nr. 2 und Nr. 19 EEG).

Was oft unbekannt ist: Die Betreiberrolle bedeutet heute nicht mehr, dass Vermieter:innen technische Betreuung, energiewirtschaftliche Prozesse oder laufende Abstimmungen selbst übernehmen müssen. Diese Aufgaben lassen sich nahezu vollständig an professionelle Dienstleister übertragen – und genau das ist in modernen Mieterstrommodellen üblich.

Fehlende Transparenz über Vertragslaufzeiten & Aufgabenverteilung

Viele Vermieter:innen stellen berechtigte Fragen: Wie lange laufen Verträge? Welche Pflichten habe ich formal als Betreiber? Wer überwacht die Technik? Was passiert bei Störungen oder Mieterwechseln?

Gesetzlich gilt:

  • Der technische Betrieb kann vollständig an Dritte übertragen werden – das sieht sowohl das EnWG als auch die BNetzA-Leitfäden ausdrücklich vor.
  • Messstellenbetrieb, Datenübermittlung, Abrechnung und energiewirtschaftliche Marktprozesse liegen ohnehin bei spezialisierten Rollen wie Messstellenbetreibern und Lieferanten.
  • Einige Pflichten verbleiben formal beim Betreiber, z. B. Vertragsentscheidungen und die wirtschaftliche Verantwortung (§§ 3, 19 EEG).

In der Praxis bedeutet das: Die formale Betreiberrolle bleibt beim Eigentümer – die operativen Pflichten aber nicht.

Angst, „in der Pflicht“ zu stehen, wenn Mieter:innen Fragen oder Probleme haben

Viele Vermieter:innen befürchten, dass sie als Ansprechpartner für Mieter:innen dienen müssen – etwa bei Fragen zu Strompreis, Abschlägen oder Zählerständen. Und tatsächlich wenden sich Mieter im ersten Schritt oft an den Vermieter, weil dieser ihnen vertraut ist.

Moderne Mieterstrommodelle berücksichtigen das:

Vermieter:innen erhalten alle notwendigen Informationen, Vorlagen und Antworten, während der Dienstleister die fachliche Klärung, Abrechnung und technische Prüfung übernimmt. Mieterkommunikation läuft so zwar häufig über den Vermieter oder der Vermieterin, aber nicht durch den Vermieter oder der Vermieterin.

Das Ergebnis: Der Aufwand bleibt gering, ohne falsche Versprechen zu machen.

Warum Mieterstrom heute trotz Betreiberrolle ohne operative Belastung funktioniert

Die entscheidende Frage lautet nicht, ob Vermieter:innen Verantwortung tragen – sondern wie viel davon im Alltag tatsächlich bei ihnen ankommt.

Mit einem professionellen Mieterstromanbieter werden nahezu alle operativen Aufgaben ausgelagert:

  • Planung & Messkonzept
  • Abstimmung mit Netzbetreiber
  • Koordination des Messstellenbetriebs
  • Monitoring & Störungsmanagement
  • energiewirtschaftliche Marktprozesse (GPKE, MaBiS)
  • Abrechnung & Zahlungsverkehr
  • Unterstützung in der Mieterkommunikation
  • MaStR-Meldungen im Auftrag des Betreibers

Für Vermieter:innen bleiben damit oft nur drei Kernaufgaben:

Entscheidung treffen → Vertrag abschließen → bei Bedarf Mieteranfragen weiterleiten.

Grund 6 – Politische Unsicherheit

Viele Vermieter:innen zögern, weil sich energiewirtschaftliche Regeln in den vergangenen Jahren mehrfach geändert haben und Mieterstrom als politisch „bewegliches“ Thema wahrgenommen wird. Diese Unsicherheit ist nachvollziehbar – besonders angesichts wechselnder Vorgaben beim EEG, beim Smart-Meter-Rollout oder bei Netzanschlussregeln. In der Praxis müssen Vermieter:innen diese Komplexität jedoch nicht selbst managen: Professionelle Mieterstromanbieter übernehmen die Umsetzung unabhängig davon, wie sich der Rahmen entwickelt. Für Vermieter:innen bleibt das Modell damit langfristig stabil und planbar.

Fazit: Warum Vermieter:innen Mieterstrom bisher selten umsetzen - und warum sich das jetzt ändert

Mieterstrom ist technisch ausgereift, wirtschaftlich attraktiv und bietet klare Vorteile für Mieter:innen und Vermieter:innen. Trotzdem ist das Modell in Deutschland bisher wenig verbreitet – vor allem aufgrund von Unsicherheiten, fehlender Transparenz und komplexen Rahmenbedingungen. Viele Vermieter:innen scheuen weniger die Photovoltaik selbst, sondern den organisatorischen Aufwand, die Vielzahl an beteiligten Akteuren und die energiewirtschaftlichen Prozesse im Hintergrund.

Genau hier setzt moderne Mieterstrom-Umsetzung an: Professionelle Dienstleister übernehmen den technischen Betrieb, die Abstimmung mit Netz- und Messstellenbetreibern, die Abrechnung, die Kommunikation mit Mieter:innen und alle regulatorischen Aufgaben. Für Vermieter:innen bedeutet das: keine zusätzliche Verantwortung, kein technischer Aufwand, keine komplizierten Abläufe – aber dennoch ein klarer Mehrwert für die Immobilie, die Mieterbindung und den Klimaschutz.

Mit wachsender Standardisierung, stabilem Smart-Meter-Rollout, steigenden Strompreisen und professionellen Partnern wie Dach für Dach wird Mieterstrom heute so einfach wie noch nie. Für Vermieter:innen ist jetzt ein idealer Zeitpunkt, das Potenzial ihres Gebäudes zu nutzen und ihren Mietern günstigen, lokalen Sonnenstrom anzubieten.

Häufige Fragen von Vermieter:innen zu Mieterstrom

Ja. Studien des IW Köln zeigen, dass Mieterstrom bereits ab kleinen Mehrfamilienhäusern wirtschaftlich ist – oft mit deutlich höheren Eigenverbrauchsanteilen als bei größeren Immobilien. Entscheidend ist ein gutes Messkonzept und ein professioneller Dienstleister.

In der Praxis wenden sich Mieter:innen meist zuerst an den Vermieter:innen. Wir unterstützen dann direkt mit allen nötigen Informationen und klären die fachlichen Punkte im Hintergrund. So bleibt der Aufwand für Vermieter:innen minimal, auch wenn die Kommunikation über sie läuft.

Den Messstellenbetrieb übernehmen Messstellenbetreiber (wMSB/gMSB). Der Dienstleister koordiniert die Installation, Datenübertragung, Störungsbehebung und Einbindung ins Messkonzept.

Typisch sind 5–15 % Rendite, abhängig von Gebäude, Messkonzept und Teilnehmerquote. In manchen Fällen, etwa wenn bereits eine PV-Anlage vorhanden ist, kann die Rendite sogar deutlich höher ausfallen.

Das hängt stark vom Ausgangspunkt ab. Mit bestehender PV-Anlage kann die Umsetzung sehr schnell gehen. Beginnt man noch ohne Anlage und muss Netzanschluss, Installation, Zählersetzen und Registrierung neu starten, kann der Prozess deutlich länger als 6 Monate dauern.

Nein. Mieter erhalten in der Regel günstigeren PV-Strom direkt vom Dach. Beim klassischen EEG-Mieterstrom haben sie allerdings keine freie Versorgerwahl, weil der:die Vermieter:in bzw. Dienstleister als Stromlieferant auftritt. Beim GGV-Modell bleibt die vollständige Versorgerfreiheit erhalten.

Mehr dazu: EEG Mieterstrom vs. Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung: Welches Modell passt zu Ihrem Gebäude?

Sie haben ein Mieterstromprojekt in Sicht?

Berechnen Sie jetzt Ihre mögliche Rendite – und finden Sie heraus, wie viel Ihre Immobilie mit Mieterstrom wert sein kann.

Jetzt Kontakt aufnehmen

Wir freuen uns über Ihre Fragen und Anregungen und melden uns
schnellstmöglich bei Ihnen!