Technik & Komponenten
Veröffentlichungsdatum:
18.11.2025
Autorin:
Camila Blajos Razuk
Lesezeit:
7 Minuten
Technik & Komponenten
Veröffentlichungsdatum:
14.11.2025
Autorin:
Camila Blajos Razuk
Lesezeit:
7 Minuten
Bei Mieterstromprojekten kommt es nicht nur auf die Größe der PV-Anlage oder die Anzahl der Wohneinheiten an. Eines der entscheidendsten Elemente ist das Messkonzept – und damit die Wahl des richtigen Summenzählers. Er bildet die gesamte Strombilanz des Gebäudes ab und ermöglicht erst die korrekte Unterscheidung zwischen Erzeugung, Netzbezug und Mieterstromlieferung.
Seit der Einführung des Mieterstrommodells im Jahr 2017 wird in den meisten Projekten in Deutschland der physische Summenzähler (pSZ) eingesetzt. Dieses Konzept ist etabliert und entspricht dem, was Netzbetreiber und Messstellenbetreiber aus klassischen Anschluss- und Übergabemessungen gewohnt sind. Dadurch lässt sich der physische Summenzähler – insbesondere im Standardfall mit Überschusseinspeisung – ohne komplexe Abstimmung mit dem Netzbetreiber direkt umsetzen.
Herausfordernd wird es allerdings, sobald mehrere Parteien, höhere Ströme oder zusätzliche Verbraucher wie Wärmepumpen oder Wallboxen hinzukommen. In vielen Netzgebieten führt das dazu, dass eine Wandlermessung erforderlich wird – also zusätzliche Messtechnik, erweiterte Zählerplätze und teils aufwendige Umbauten im Zählerschrank. Diese Investition kann die Wirtschaftlichkeit eines Projekts spürbar belasten.
Mehr dazu: Wann braucht man einen Wandlerzähler?
Parallel dazu wurde in den letzten Jahren ein alternatives Modell praxisrelevant: der virtuelle Summenzähler (vSZ). Statt einer physischen Messeinrichtung wird die Summenmessung hier rechnerisch aus mehreren intelligenten Messsystemen (Smart Metern) gebildet. Das reduziert die Hardware-Anforderungen und macht insbesondere größere Mieterstromprojekte oft deutlich kostengünstiger. Für viele Netzbetreiber ist dieses Modell jedoch noch neu, und die Abstimmung kann entsprechend komplexer sein.
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Ein Summenzähler bildet die gesamte Strombilanz eines Gebäudes ab. Er misst, wie viel elektrische Energie insgesamt aus dem öffentlichen Netz bezogen wird und – je nach Messkonzept – wie viel eingespeist oder im Gebäude verteilt wird. Für Mieterstrom ist dieser zentrale Messpunkt notwendig, um Erzeugung, Bezug und Verbrauch sauber voneinander abzugrenzen.
Ein Summenzähler ist kein eigener Zählertyp, sondern ein Messpunkt im Messkonzept, der auf einem physischen oder einem virtuellen Zähler basieren kann. Der Summenzähler ist der Punkt, an dem die gesamte Energiemenge des Gebäudes bilanziert wird — egal ob er als Hardwarezähler (physisch) oder rechnerisch (virtuell) existiert. Die weiteren Zähler im Gebäude – z. B. Unterzähler für jede Partei oder der PV-Erzeugungszähler – erklären wir ausführlich in unserem Artikel: Welche Stromzähler braucht Ihr Mieterstromprojekt? Die wichtigsten Zählertypen erklärt.
Der physische Summenzähler ist seit Jahren das am weitesten verbreitete Messkonzept in deutschen Mieterstromprojekten. Er wird als klassischer Hardwarezähler im Zählerschrank installiert und misst den gesamten Stromfluss am Netzanschlusspunkt. Genau diese Art der Messung kennen Netzbetreiber und Messstellenbetreiber seit Jahrzehnten aus standardisierten Hausanschlüssen und Übergabemessungen – weshalb sich Projekte mit physischem Summenzähler in vielen Fällen vergleichsweise unkompliziert realisieren lassen.
Ein wichtiger Grund dafür: Die bestehenden Marktrollen bleiben unverändert.
Beim klassischen Mieterstrommodell mit Überschusseinspeisung wird keine neue Marktlokation (MaLo) und auch keine neue Messlokation (MeLo) benötigt. Der Netzbetreiber behält seine bisherige Messstelle, und ihr bildet eure Mieterstrom-Abrechnung hinter der offiziellen Messstelle über private Unterzähler ab. Dadurch entfällt die komplexe Abstimmung mit dem Netzbetreiber vollständig – ein großer Vorteil für Geschwindigkeit und Umsetzbarkeit.
Der physische Summenzähler bildet als zentraler Messpunkt die gesamte Energiebewegung im Gebäude ab. Er misst, wie viel Strom aus dem öffentlichen Netz bezogen wird, welche Mengen als PV-Überschuss ins Netz eingespeist werden und wie viel elektrische Energie intern von den angeschlossenen Parteien verbraucht wird. Dadurch entsteht ein vollständiges Bild der Energieflüsse am Netzanschlusspunkt – transparent, nachvollziehbar und für das Mieterstrommodell essenziell.
Im Standardfall bleibt der Netzanschlusspunkt MaLo + MeLo wie gewohnt. Die Mieterstrom-Abrechnung findet ausschließlich hinter dem Summenzähler statt und betrifft nur Ihre eigenen Unterzähler. Für den Netzbetreiber sieht das wie eine normale PV-Anlage mit Haushaltsverbrauch aus – nur dass Sie intern an die Mieter liefern.
Der physische Summenzähler ist beliebt, weil er:
Für kleine und mittelgroße Projekte ist das Modell daher oft ideal, weil es technisch schnell umgesetzt werden kann und keine bürokratischen Hürden auf Netzbetreiberseite entstehen.
Sobald jedoch viele Parteien angeschlossen werden, hohe Lasten wie Wärmepumpen oder Wallboxen vorhanden sind oder die PV-Anlage besonders groß ausfällt, gelangen herkömmliche Direktmesszähler an ihre Stromgrenzen. Viele Netzbetreiber verlangen dann eine Wandlermessung, bei der die Ströme über spezielle Stromwandler gemessen werden müssen.
Das führt in der Praxis zu zusätzlichen Komponenten, mehr Platzbedarf im Zählerschrank, baulichen Anpassungen durch den Elektriker und spürbar höheren Kosten.
Eine ausführliche Erklärung, ab welchen Ampere-Grenzen eine Wandlermessung nötig wird und wie Netzbetreiber das unterschiedlich handhaben, finden Sie in unserem Artikel: Wandlermessung bei PV & Mieterstrom – ab wann braucht man einen Wandlerzähler?
MaLo (Marktlokation)
Die Marktlokation ist der Ort im Stromnetz, an dem Energie entnommen oder eingespeist wird. Jedes Gebäude hat in der Regel eine MaLo am Netzanschlusspunkt. Sie beschreibt den Verbrauchsort – nicht den Zähler.
MeLo (Messlokation)
Die Messlokation bezeichnet den Zähler, der an diesem Ort misst. Sie kann sich ändern (z. B. durch Zählerwechsel), während die MaLo gleich bleibt. Sie beschreibt das Messgerät – nicht den Ort.
Warum wichtig für Mieterstrom?
Der virtuelle Summenzähler ist die moderne Alternative zum klassischen physischen Zähler. Anstatt einen separaten Zähler im Schaltschrank zu installieren, wird der Summenzähler hier rechnerisch gebildet – also digital aus den Messwerten mehrerer intelligenter Messsysteme (iMSys). Die tatsächliche Bilanzierung erfolgt über ein Smart Meter Gateway, das die Daten aller relevanten Messlokationen zusammenführt.
Damit entfällt die physische Messstelle – und vor allem der Bedarf an einer Wandlermessung, die bei größeren Anlagen oft hohe Kosten verursacht. Genau deshalb ist der virtuelle Summenzähler bei Mieterstromprojekten mit vielen Parteien, höheren Leistungen oder zusätzlichen Verbrauchern wie Wärmepumpen und Wallboxen wirtschaftlich besonders attraktiv.
Statt eines zentralen Hardwarezählers greift das Modell auf vorhandene digitale Zählpunkte zurück. Die Summenmessung entsteht durch mehrere intelligente Messsysteme (Smart Meter), ein Smart Meter Gateway als Datenzentrale, und ein rechnerisches Messkonzept, das die Netzbetreiber marktlokationsgenau abbilden können muss. Da die Summenbildung in der Regel auf viertelstündlich erfassten Messwerten basiert, sind intelligente Messsysteme und Gateway keine „Option“, sondern die technische Grundlage dieses Modells. Technisch gesehen wird also die gleiche Bilanz gebildet wie bei einem physischen Summenzähler – nur ohne zusätzliche Messtechnik im Zählerschrank.
Was ein Smart Meter Gateway ist und wie es funktioniert, erklären wir ausführlich in unserem Artikel: Was ist ein Smart Meter Gateway? Pflicht und Vorteile für PV- und Mieterstromprojekte
Im Gegensatz zum physischen Summenzähler, bei dem MaLo und MeLo unverändert bleiben, erfordert ein virtueller Summenzähler:
Da diese Summenbildung erst seit wenigen Jahren im Mieterstrom erlaubt ist, sind viele Netzbetreiber und Messstellenbetreiber noch nicht vollständig eingespielt. Obwohl der virtuelle Summenzähler inzwischen in den offiziellen VDE- und VBEW-Messkonzepten verankert ist, wird er in der Praxis je nach Netzbetreiber unterschiedlich gehandhabt. Einige VNB haben das Modell bereits standardisiert eingeführt, andere befinden sich noch in Pilot- oder Einführungsphasen. Dadurch unterscheiden sich die Prozesse regional teils deutlich, was zu zusätzlichen Abstimmungsschleifen, längeren Bearbeitungszeiten und Detailfragen zur Datenarchitektur führen kann.
Wenn aber ein Netzbetreiber das Modell akzeptiert, ist der virtuelle Summenzähler oft die kosteneffizienteste Lösung – insbesondere bei Gebäuden mit mehreren Wohneinheiten oder höherer Gesamtlast.
Die Wahl zwischen physischem und virtuellem Summenzähler beeinflusst die Wirtschaftlichkeit eines Mieterstromprojekts deutlich. Beide Modelle haben unterschiedliche Kostenstrukturen, die vor allem von der Gebäudegröße, der elektrischen Last, der vorhandenen Infrastruktur und den Anforderungen des Netzbetreibers abhängen.
Im klassischen Messkonzept mit Überschusseinspeisung ist der physische Summenzähler häufig die kostengünstigste Lösung. Der Grund:
Die Kosten steigen allerdings deutlich, sobald die Leistung der PV-Anlage oder die Gesamtlast des Gebäudes die zulässigen Ströme eines Direktmesszählers überschreitet. Dann verlangen viele Netzbetreiber eine Wandlermessung, was zusätzliche Bauteile, Umbauten und oft mehr Platz im Zählerschrank erfordert. Die Kosten können je nach Netzbetreiber und Bestandssituation 2.500 bis 5.000 Euro betragen.
Weitere Details dazu finden Sie in unserem Artikel: Wandlermessung bei PV & Mieterstrom – ab wann braucht man einen Wandlerzähler?
Der virtuelle Summenzähler vermeidet die klassischen Kosten einer Wandlermessung vollständig. Da die Summenbildung digital erfolgt, sind keine physischen Messteile notwendig, und es wird kein zusätzlicher Zählerplatz gebraucht. Das reduziert die Hardwarekosten und macht den virtuellen Summenzähler besonders attraktiv für Mieterstromprojekte mit:
Gleichzeitig entstehen für Planung und Abstimmung häufig höhere Projektaufwände, da der Netzbetreiber involviert ist und MaLo/MeLo neu strukturiert oder ergänzt werden müssen. Diese Abstimmungszeit ist zwar kein finanzieller Kostenfaktor, beeinflusst aber die Projektdauer.
Nicht jedes Mieterstromprojekt kann mit jedem Messkonzept umgesetzt werden. Ob ein physischer oder ein virtueller Summenzähler infrage kommt, hängt vor allem von der technischen Infrastruktur des Gebäudes und den Anforderungen des Netzbetreibers ab.
Der physische Summenzähler ist technisch die einfachste Lösung, solange keine Wandlermessung erforderlich ist. Das trifft insbesondere auf kleinere Mehrfamilienhäuser zu – etwa 2 bis 6 Parteien – bei denen die elektrischen Ströme innerhalb der üblichen Direktmessgrenzen liegen.
Die wichtigsten Voraussetzungen:
Direktmessung möglich
Keine Wandlermessung nötig → kein zusätzlicher Aufwand im Zählerschrank.
Bestehender Zählerschrank ausreichend
Der Netzbetreiberzähler bleibt an Ort und Stelle. Keine neuen MaLo/MeLo, keine Anpassungen.
Kompatibel mit nahezu jeder Hausinstallation
Auch ältere Bestandsgebäude können ohne großen Umbau angebunden werden.
Keine digitale Infrastruktur notwendig
Smart Meter und Gateway sind nicht erforderlich (außer gesetzlich vorgeschrieben).
Aber: Wenn das Gebäude größere Lasten hat – z. B. durch Wärmepumpe, Wallbox oder große PV-Leistungen – verlangen viele Netzbetreiber eine Wandlermessung. Diese ist technisch aufwendiger, verursacht zusätzliche Kosten und macht das Messkonzept deutlich komplexer. Genau hier verliert der physische Summenzähler seinen Vorteil der Einfachheit.
Der virtuelle Summenzähler funktioniert nur, wenn bestimmte digitale Grundvoraussetzungen erfüllt sind:
Intelligente Messsysteme (Smart Meter) an allen relevanten Punkten
Ohne moderne Messeinrichtungen (mME) + Smart-Meter-Gateway kann kein digitales Summenmesskonzept gebildet werden.
Smart Meter Gateway als zentrale Kommunikations- und Datenstelle
Das Gateway sammelt alle Werte und ermöglicht die rechnerische Summenbildung.
→ Mehr dazu im Artikel: Was ist ein Smart Meter Gateway?
Netzbetreiber muss das Konzept unterstützen
Einige VNB haben bereits klare Prozesse für den virtuellen Summenzähler, andere sind noch in Pilot- oder Einführungsphasen.
Neue oder angepasste MaLo/MeLo-Struktur
Die Bilanzpunkte müssen korrekt zugeordnet werden.
→ Genau deshalb ist der virtuelle Summenzähler immer abstimmungspflichtig.
Stabile Kommunikationsinfrastruktur
Für die viertelstündliche Datenübertragung sind funktionsfähige Kommunikationswege notwendig (LAN, Mobilfunk oder Powerline – abhängig vom Gateway).
Der virtuelle Summenzähler eignet sich besonders für Gebäude, die bereits digitalisiert sind oder ohnehin mit Smart Metern ausgestattet werden sollen.
Zusammengefasst spielt der virtuelle Summenzähler seine Stärken überall dort aus, wo eine Wandlermessung nötig wäre oder der Platz im Zählerschrank knapp ist. Er vermeidet zusätzliche Hardware, spart oft mehrere tausend Euro an Messtechnik und hält das Messkonzept auch bei späteren Erweiterungen stabil.
Neben dem physischen und dem virtuellen Summenzähler gibt es auch alternative Modelle wie die gemeinschaftliche Gebäudeversorgung (GGV). Sie ist kein Mieterstrommodell, sondern ein anderes Versorgungskonzept: Die PV-Anlage wird gemeinschaftlich im Gebäude genutzt, aber jeder Mieter bezieht seinen Reststrom weiterhin direkt über den eigenen Stromlieferanten. Dadurch entstehen andere rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen als beim EEG-Mieterstrom.
Die wichtigsten Unterschiede zwischen EEG-Mieterstrom und GGV erklären wir hier: EEG-Mieterstrom vs. GGV: Was lohnt sich für Ihr Gebäude?
Die Wahl zwischen einem physischen und einem virtuellen Summenzähler hängt stark vom Gebäude, den elektrischen Lasten und der vorhandenen Infrastruktur ab. Beide Modelle haben klare Vorteile – entscheidend ist, welches Messkonzept die wirtschaftlichste, sicherste und praktikabelste Lösung für Ihr Objekt darstellt.
Der physische Summenzähler ist in kleineren Mehrfamilienhäusern häufig die unkomplizierteste Wahl. Solange keine Wandlermessung notwendig wird, lässt sich dieses Konzept mit minimalem technischen Aufwand umsetzen. Der bestehende Zählerplatz kann weiter genutzt werden, die Struktur der MaLo und MeLo bleibt unverändert und die Abstimmung mit dem Netzbetreiber ist gering. Wer ein kompaktes Gebäude mit überschaubarem Stromverbrauch besitzt und keine zusätzlichen Großverbraucher wie Wärmepumpen oder Ladepunkte plant, fährt mit einem physischen Summenzähler meist gut.
Der virtuelle Summenzähler zeigt seine Stärke überall dort, wo der physische Summenzähler an technische oder räumliche Grenzen stößt. Bei höheren Strömen, größeren PV-Leistungen oder zusätzlicher Gebäudetechnik müsste ein physisches Konzept häufig um eine Wandlermessung ergänzt werden – und genau diese ist in vielen Gebäuden entweder teuer oder kaum umsetzbar. Der virtuelle Summenzähler vermeidet diese Hürde vollständig und ermöglicht eine digitale, platzsparende Summenbildung. Sind Smart Meter und Gateway vorhanden oder können installiert werden, ist er für viele Projekte die wirtschaftlich attraktivere Lösung.
Besonders interessant wird der virtuelle Summenzähler für Vermieterinnen und Vermieter, die ihr Gebäude langfristig modernisieren möchten – etwa mit Ladepunkten, Batteriespeichern oder Wärmepumpen. Da der virtuelle Summenzähler technisch flexibel ist und keine zusätzliche Hardware benötigt, bleibt das Messkonzept auch bei späteren Erweiterungen stabil.
Letztlich ist die Entscheidung immer individuell. Sie müssen diese Entscheidung jedoch nicht allein treffen. Umsetzungspartner wie wir von Dach für Dach analysieren jedes Projekt im Detail, prüfen die technischen Voraussetzungen und empfehlen das Messkonzept, das für Ihr Gebäude am meisten Sinn ergibt – technisch wie wirtschaftlich. So erhalten Sie Klarheit, Sicherheit und eine Lösung, die langfristig funktioniert.
Wie unterschiedlich Mieterstromprojekte technisch ausfallen können, zeigt das Vier-Parteienhaus in Schwarzenberg sehr eindrucksvoll. Die Anlage umfasst 15,5 kWp, einen 21 kWh-Speicher und eine Luftwärmepumpe – eine Kombination, die hohe Ströme erzeugt und entsprechend höhere Anforderungen an die Messtechnik stellt.
Hier reichte ein herkömmlicher Direktmesszähler nicht mehr aus. Stattdessen musste eine Wandlermessung umgesetzt werden, inklusive zusätzlicher Stromwandler, Smart Meter, Unterzähler und einem Gateway. Der Platzbedarf im Zählerschrank war entsprechend größer, und die Installation war technisch anspruchsvoller als bei einer klassischen Direktmessung.
Mehr zum Projekt: Mieterstromprojekt 4-Parteienhaus in Schwarzenberg
Ein völlig anderes Bild zeigt das Dreiparteienhaus in Ravensburg. Hier wurde eine 10,8 kWp-Anlage mit einem 11 kWh-Speicher verbaut – die Lasten sind moderater, und die elektrische Infrastruktur des Gebäudes war gut geeignet für eine klassische Direktmessung.
Der physische Summenzähler konnte ohne Wandlermessung umgesetzt werden; die vorhandenen Zählerplätze reichten aus. Mit modernen 3-Punkt-Zählern und einem wM-Bus-Gateway ließ sich das Projekt sauber, schnell und ohne größere Umbauten realisieren. Für Gebäude dieser Größe ist der physische Summenzähler daher oft die technisch unkomplizierteste und wirtschaftlich attraktivste Lösung.
Mehr zum Projekt: Mieterstrom modern umgesetzt: So geht’s in Ravensburg
Die beiden Projekte zeigen sehr anschaulich, dass physische Summenzähler in ganz unterschiedlichen Gebäuden zuverlässig funktionieren können – sowohl in kleineren Mehrparteienhäusern wie in Ravensburg als auch in technisch anspruchsvolleren Objekten wie in Schwarzenberg. Entscheidend ist dabei nicht die Anzahl der Wohneinheiten, sondern die tatsächliche elektrische Lastsituation und die Voraussetzungen im Zählerschrank.
Ravensburg verdeutlicht, wie einfach der physische Summenzähler ohne Wandlermessung umgesetzt werden kann, wenn die Ströme moderat bleiben. Schwarzenberg zeigt im Gegenzug, dass auch ein Projekt mit höherer PV-Leistung und Wandlermessung erfolgreich und effizient betrieben werden kann – dort arbeitet die Anlage im Sommer sogar zu 100 % autark. Das Beispiel macht deutlich: Auch bei größeren Leistungen ist nicht automatisch ein virtueller Summenzähler erforderlich; vielmehr zeigt es, wie flexibel physische Lösungen in der Praxis sein können.
Die wichtigste Erkenntnis lautet daher: Nicht das Mieterstrommodell bestimmt die Komplexität – sondern das Gebäude. Genau deshalb ist das Messkonzept so entscheidend: Es bildet die technischen Gegebenheiten eines Objekts ab und legt fest, wie effizient, stabil und wirtschaftlich ein Mieterstromprojekt betrieben werden kann.
Damit Vermieter:innen diese Entscheidung nicht allein treffen müssen, analysiert Dach für Dach jedes Projekt individuell, bewertet die elektrische Situation, die Platzverhältnisse im Zählerschrank und alle relevanten Rahmenbedingungen und spricht anschließend eine klare Empfehlung aus. So entsteht ein Messkonzept, das nicht nur technisch zuverlässig funktioniert, sondern auch langfristig wirtschaftlich sinnvoll ist.
Ein Mieterstromprojekt steht und fällt mit dem richtigen Messkonzept. Ob physischer oder virtueller Summenzähler – beide Modelle können leistungsfähig sein, solange sie zu den technischen Gegebenheiten des Gebäudes passen. Entscheidend ist deshalb nicht eine pauschale Präferenz, sondern die saubere Analyse der elektrischen Infrastruktur, der Lasten und der Platzsituation im Zählerschrank.
Für Vermieter:innen bedeutet das vor allem eines: Sie müssen diese Entscheidung nicht selbst treffen. Dach für Dach übernimmt die technische Bewertung, entwickelt ein passendes Messkonzept und sorgt dafür, dass das Projekt wirtschaftlich, stabil und netzbetreiberkonform umgesetzt wird. Das schafft Sicherheit – und ermöglicht Mieterstrom auch in Gebäuden, die auf den ersten Blick komplex wirken.
Wer ein geeignetes Messkonzept hat, legt damit den Grundstein für ein Mieterstromprojekt, das langfristig funktioniert und echten Mehrwert für Vermieter:innen und Mieter:innen schafft.
Wenn die Ströme im Gebäude innerhalb der Direktmessgrenzen liegen und keine Wandlermessung nötig ist. Aber auch dann geeignet, wenn eine Wandlermessung aufgrund von ausreichendem Platz und Budget problemlos umsetzbar ist.
Vor allem dann, wenn beim physischen Summenzähler eine Wandlermessung nötig wäre – etwa bei höheren Lasten oder größeren PV-Anlagen – und diese technisch aufwendig oder kostspielig wäre. Der virtuelle Summenzähler vermeidet diese Zusatzkosten vollständig und bleibt auch bei hohen Strömen einfach umsetzbar.
GGV ist kein Summenzählermodell, sondern ein anderes Versorgungskonzept. Die PV-Anlage wird gemeinschaftlich genutzt, aber jeder Mieter bezieht seinen Reststrom weiterhin über seinen eigenen Stromlieferanten.
Mehr dazu: EEG Mieterstrom vs. Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung: Welches Modell passt zu Ihrem Gebäude?
Für viele Gebäude liegen die Kosten realistisch zwischen 2.500 und 5.000 € netto – je nach Netzgebiet, Zählerschrank, Lasten und Einbausituation. In komplexeren Fällen können die Kosten höher ausfallen.
Beide Modelle sind zuverlässig – aber auf unterschiedliche Weise.
Physisch: robuste Hardware, seit Jahrzehnten bewährt.
Virtuell: digital, flexibel und zukunftssicher, hängt aber von Kommunikation und Gateway ab.
Die Zuverlässigkeit hängt in der Praxis meist vom Gebäude ab – nicht vom Messkonzept.
Beim physischen Summenzähler kann dies eine Wandlermessung erforderlich machen.
Der virtuelle Summenzähler bleibt hingegen stabil, weil er keine Stromgrenzen wie Direkt- oder Wandlermessungen kennt. Für modernisierungsbereite Gebäude ist er daher oft langfristig sinnvoller.
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