Wissen & Aufklärung

Die perfekte Energieanlage fürs Mietshaus: PV, Speicher, Wärmepumpe, Wallbox – was passt wann?

Veröffentlichungsdatum:

05.12.2025

Autorin:

Camila Blajos Razuk

Lesezeit: 

5 Minuten

Wissen & Aufklärung

Die perfekte Energieanlage fürs Mietshaus: PV, Speicher, Wärmepumpe, Wallbox – was passt wann?

Veröffentlichungsdatum:

05.12.2025

Autorin:

Camila Blajos Razuk

Lesezeit: 

6 Minuten

Die Energieversorgung von Mietshäusern verändert sich schnell. Steigende Energiekosten, neue gesetzliche Anforderungen und der Wunsch nach mehr Unabhängigkeit führen dazu, dass Vermieterinnen und Vermieter verstärkt nach zukunftssicheren Lösungen suchen. Gleichzeitig erwarten Mieter heute bezahlbare, transparente und nachhaltige Energieangebote.

Eine moderne Energieanlage kann genau das leisten: Sie verbindet Photovoltaik, Batteriespeicher, Wärmepumpe und – wenn gewünscht – Ladeinfrastruktur zu einem intelligenten Gesamtsystem. Doch welche Kombination passt zu welchem Gebäude? Und womit sollte man beginnen? Genau das beantwortet dieser Artikel.

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Aktuelle Lage

Die Energieversorgung von Mietshäusern befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Steigende Strompreise, strengere Klimavorgaben und der wachsende Wunsch nach bezahlbarer, unabhängiger Energie führen dazu, dass Vermieterinnen und Vermieter heute viel häufiger vor strategischen Entscheidungen stehen als noch vor wenigen Jahren. Die Frage lautet längst nicht mehr, ob ein Gebäude modernisiert werden sollte, sondern wie – und in welcher Kombination Photovoltaik, Batteriespeicher, Wärmepumpe und Ladeinfrastruktur am sinnvollsten eingesetzt werden können.

Eine besondere Rolle spielt dabei der Gebäudesektor. Laut dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) entfallen rund ein Drittel der deutschen Treibhausgasemissionen auf Gebäude, vor allem durch Heizung, Warmwasser und Stromverbrauch. Gleichzeitig verursachen private Haushalte knapp 19 Prozent der energiebedingten CO₂-Emissionen. Das zeigt deutlich: Gerade Mehrfamilienhäuser haben ein enormes Einsparpotenzial. Der Modernisierungsdruck trifft also genau jene Gebäude, die in Deutschland mehrheitlich zwischen den 1950er- und 1990er-Jahren entstanden sind und energetisch kaum mit heutigen Anforderungen mithalten können.

Auch wirtschaftlich spricht vieles dafür, die Energieversorgung eines Mietshauses neu zu denken. Die durchschnittlichen Haushaltsstrompreise haben sich seit dem Jahr 2000 mehr als verdoppelt, wie Daten des BDEW zeigen. Trotz kurzfristiger Entspannung nach der Energiekrise bleibt das Grundproblem bestehen: Mieter wünschen sich stabile, planbare Kosten – Vermieter hingegen Investitionen, die sich schnell und zuverlässig rechnen. Genau hier bieten Photovoltaik und Mieterstrom einen starken Hebel: günstiger Eigenstrom, mehr Unabhängigkeit und eine deutlich attraktivere Positionierung im Wettbewerb um Mieter.

Parallel verändert sich die Mobilität. Rund 70 Prozent der Menschen in Deutschland leben in Mehrfamilienhäusern , doch ein Großteil der privaten Ladeinfrastruktur befindet sich nach wie vor im Einfamilienhaus. Das liegt nicht an der Nachfrage, sondern an der Komplexität der Umsetzung. Eine aktuelle Studie des Fraunhofer ISI zeigt, dass etwa 80 Prozent der Elektroauto-Ladevorgänge zu Hause stattfinden. Für Mietshäuser bedeutet das: Ohne Ladeinfrastruktur verlieren sie langfristig an Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit.

Damit stellt sich die zentrale Frage dieses Artikels: Welche Energieanlage passt zu welchem Mietshaus – und wie sollten Vermieter dabei vorgehen? Denn nicht jedes Gebäude braucht sofort PV, Speicher, Wärmepumpe und Wallbox. Entscheidend ist, die richtige Kombination zu finden: technisch sinnvoll, wirtschaftlich tragfähig und gut integrierbar in die bestehende Gebäudestruktur.

Unter einer „Energieanlage fürs Mietshaus“ verstehen wir deshalb mehr als nur eine Photovoltaikanlage. Gemeint ist ein intelligentes Zusammenspiel aus Solarstromerzeugung, Eigenverbrauch, Wärmebereitstellung und E-Mobilität – idealerweise ergänzt durch Mieterstrom. Das Ergebnis: Mehr Wertschöpfung im eigenen Gebäude, geringere Abhängigkeit von Energieversorgern und langfristig stabile Energiekosten für Vermieter und Mieter.

Was eine moderne Energieanlage im Mehrfamilienhaus ausmacht

Eine zeitgemäße Energieanlage im Mehrfamilienhaus funktioniert nicht mehr nach dem Prinzip „ein Heizsystem, ein Stromanschluss, fertig“. Sie ist ein integriertes Gesamtsystem, das Strom, Wärme und zunehmend auch Mobilität miteinander verbindet. Der zentrale Unterschied zu klassischen Gebäudekonzepten besteht darin, dass Energie nicht mehr nur bezogen, sondern selbst produziert, gespeichert und intelligent gesteuert wird. Genau dieses Zusammenspiel macht für Vermieterinnen und Vermieter den wirtschaftlichen Unterschied.

Im Mittelpunkt steht die Maximierung des Eigenverbrauchs. Photovoltaikanlagen liefern tagsüber günstigen Solarstrom, Batteriespeicher verschieben diesen in die Abendstunden, Wärmepumpen nutzen ihn für Warmwasser und Heizung, und Wallboxen laden Elektroautos mit Überschussenergie. Dieses Zusammenspiel nennt man Sektorenkopplung – also das Zusammenwachsen von:

Strom

Wärme

Mobilität

Eine moderne Energieanlage sorgt außerdem für eine bessere Lastverteilung im Haus. Während früher morgens und abends hohe Verbrauchsspitzen auftraten, können PV, Speicher und Wärmepumpe diese Lasten heute deutlich glätten. Konkret bedeutet das:

  • weniger Netzspitzen,
  • mehr Nutzung eigener Solarenergie,
  • stabilere und effizientere Gebäudetechnik.

 

Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Transparenz für Mieter und Vermieter. Digitale Stromzähler und intelligente Messsysteme erfassen Verbrauch und Erzeugung automatisch. Dadurch lassen sich Mieterstromabrechnungen vereinfachen, Verbräuche sichtbar machen und Prozesse automatisieren. Für Vermieter bedeutet das weniger Aufwand – und Mieter profitieren von klar nachvollziehbaren Stromkosten.

Für die Wirtschaftlichkeit spielt zudem die richtige Reihenfolge eine entscheidende Rolle. Meist beginnt man mit der Photovoltaikanlage, weil sie die energetische Basis bildet und den höchsten direkten Nutzen stiftet. Speicher, Wärmepumpe oder Ladeinfrastruktur können später gezielt ergänzt oder auch direkt mitgeplant werden – je nach Gebäudetyp, Mieterstruktur und Budget.

Kurz gesagt: Eine moderne Energieanlage ist eine Gebäude-Energiezentrale, die Strom erzeugt, Wärme effizient bereitstellt, Mobilität ermöglicht und gleichzeitig die Betriebskosten senkt. Sie macht Vermieter unabhängiger vom Energiemarkt, steigert den Immobilienwert und bereitet Mietshäuser optimal auf die kommenden Jahre vor.

Photovoltaik als Basis – Warum die PV-Anlage der erste Baustein ist

Eine moderne Energieanlage im Mehrfamilienhaus beginnt fast immer mit einer Photovoltaikanlage. Der Grund ist einfach: PV hat den größten direkten Einfluss auf die Energiekosten eines Mietshauses. Sie erzeugt langfristig kalkulierbaren Strom, der deutlich günstiger ist als der Strombezug aus dem Netz. Während Haushaltsstrom heute oft rund 30 Cent pro Kilowattstunde kostet, können Vermieter ihren Mieterstrom typischerweise für etwa 24–28 Cent/kWh anbieten. Mieter sparen dadurch 3–5 Cent pro kWh, und Vermieter erzielen gleichzeitig attraktive Einnahmen – denn die Gestehungskosten von Solarstrom liegen meist nur bei 8 bis 12 Cent pro kWh. Genau deshalb ist Photovoltaik der wirtschaftlichste und risikoärmste Einstieg.

 

PV funktioniert außerdem unabhängig vom Gebäudetyp. Ob Gründerzeithaus, 70er-Jahre-Klinkerbau oder modernes Mehrfamilienhaus – überall, wo genügend Dachfläche vorhanden ist, lässt sich eine Solaranlage integrieren. Für Vermieter bedeutet das: Sie können an einem einzigen Baustein sofort sparen, ohne andere Systeme umbauen zu müssen. Der erzeugte Strom wird direkt im Gebäude verbraucht – ideal im Rahmen eines Mieterstrommodells, bei dem Mieter günstigeren Solarstrom beziehen und Vermieter zusätzliche Einnahmen generieren.

Die Größe der PV-Anlage richtet sich weniger nach der Anzahl der Wohneinheiten als nach:

  • der verfügbaren Dachfläche,
  • dem realistischen Eigenverbrauchspotenzial des Hauses.

 

In vielen Mietshäusern ergeben sich so typische Anlagengrößen zwischen 10 und 60 kWp. Grundsätzlich gilt: Je besser die Dachfläche genutzt wird, desto wirtschaftlicher arbeitet die Anlage – jede zusätzliche Modulreihe steigert den Eigenverbrauchsanteil und die Erträge.

Eine sauber geplante PV-Anlage bildet außerdem die energetische Grundlage für weitere Technologien. Sie ermöglicht:

  • Wärmepumpen, die tagsüber mit Solarstrom Warmwasser erzeugen,
  • Batteriespeicher, die überschüssige Energie in die Abendstunden verschieben,
  • Wallboxen, die Elektroautos mit günstigem Überschussstrom laden.

 

Ohne PV arbeiten diese Systeme isoliert voneinander. Mit PV werden sie Teil eines vernetzten Gesamtsystems, das effizienter, günstiger und nachhaltiger funktioniert.

In der Planung lohnt es sich, typische Fehler zu vermeiden. Häufig werden PV-Anlagen zu klein dimensioniert, weil Vermieter sich am Jahresverbrauch orientieren. Entscheidender ist jedoch das Lastprofil über den Tag. Ein weiterer Fehler sind ungenutzte Dachpotenziale – z. B. durch alte Antennen oder Satellitenschüsseln. Wer das Dach im Zuge der Installation „aufräumt“, gewinnt oft wertvolle Modulfläche und verbessert damit die Wirtschaftlichkeit des Projekts.

Am Ende gilt: Photovoltaik ist nicht einfach nur ein Baustein, sondern das Herzstück einer zukunftssicheren Energieanlage im Mehrfamilienhaus. Sie liefert günstigen Strom, schafft die Basis für Speicher, Wärmepumpe und Wallbox – und reduziert langfristig die Abhängigkeit von Energieversorgern und Marktpreisen. Für Vermieter bedeutet das: mehr Wirtschaftlichkeit, mehr Wertsteigerung und mehr Energieautonomie im eigenen Gebäude.

Batteriespeicher – Der Booster für Autarkie und Mieterstrom

Batteriespeicher sind die logische zweite Ausbaustufe einer modernen Energieanlage im Mehrfamilienhaus. Während die Photovoltaikanlage tagsüber viel Strom produziert, verschiebt der Speicher diese Energie in die Zeitfenster, in denen im Haus am meisten verbraucht wird: abends, nachts und am frühen Morgen. Für Vermieterinnen und Vermieter bedeutet das: Der Anteil des direkt genutzten Solarstroms steigt deutlich – und damit auch die Wirtschaftlichkeit des gesamten Projekts.

Im Mehrfamilienhaus ist der Speicher vor allem ein Instrument zur Autarkie-Optimierung. Ohne Speicher liegt der Direktverbrauch des Solarstroms oft zwischen 20 und 60 Prozent, abhängig von Gebäudetyp und Mieterstruktur. Mit einem gut dimensionierten Speicher lässt sich dieser Wert deutlich steigern. In Häusern mit passenden Lastprofilen sind Autarkiegrade von 70-80 Prozent und mehr realistisch – und im Sommer zeitweise sogar 100 Prozent, wie unser Projekt in Schwarzenberg zeigt. Das sorgt für planbare Energiekosten und eine hohe Unabhängigkeit vom Strommarkt.

Für Mieterstromprojekte ist ein Speicher besonders wertvoll. Viele Wohnungen stehen tagsüber leer, während der Verbrauch abends stark ansteigt. Ein Speicher verlängert die Verfügbarkeit des günstigen Solarstroms in genau diese Zeiträume. Dadurch wird:

  • mehr Solarstrom statt Netzstrom genutzt,
  • die PV-Anlage besser ausgelastet,
  • die Rendite für Vermieter spürbar verbessert.

 

Die passende Speichergröße hängt vom Gebäude ab. Als grobe Orientierung gilt: Je mehr Haushalte und je höher der Warmwasser- oder Wärmepumpenanteil, desto sinnvoller ein größerer Speicher. In der Praxis liegen typische Größen bei kleinen bis mittleren Mietshäusern zwischen 8 und 30 kWh nutzbarer Kapazität.

Natürlich gibt es auch Fälle, in denen ein Speicher weniger sinnvoll ist – etwa bei sehr geringer Grundlast oder in Gebäuden, die kaum Strom außerhalb der Sonnenstunden benötigen. Auch reine Volleinspeiseanlagen profitieren nicht von einem Speicher. Entscheidend ist: Batteriespeicher funktionieren am besten, wenn im Gebäude ein regelmäßiger, klarer Strombedarf besteht, der mit Solarstrom gedeckt werden kann.

Im Zusammenspiel mit Wärmepumpen und Wallboxen steigt der Nutzen weiter. Wärmepumpen können gezielt dann laufen, wenn der Speicher gut gefüllt ist. Wallboxen laden häufiger direkt aus der eigenen Energieanlage, ohne den Netzanschluss zu überlasten. Damit ist der Batteriespeicher nicht nur ein wirtschaftlicher Baustein, sondern ein zentraler Bestandteil der gesamten Gebäude-Energiezentrale.

Wärmepumpe im Mietshaus – Strom und Wärme intelligent kombinieren

Die Wärmepumpe ist heute eines der zentralen Elemente einer modernen Energieanlage im Mehrfamilienhaus. Sie nutzt Strom, um Wärme zu erzeugen – und genau das macht sie zur idealen Ergänzung einer Photovoltaikanlage. Während PV-Anlagen tagsüber besonders viel günstigen Solarstrom liefern, hat die Wärmepumpe ihre größten Lastfenster oft genau dann: bei der Warmwasserbereitung oder beim Aufheizen des Pufferspeichers. Dadurch entsteht eine energetische Synergie, von der sowohl Mieterinnen und Mieter als auch Vermieter profitieren.

 

Moderne Wärmepumpen können insbesondere bei der Warmwasserbereitung einen großen Teil der fossilen Wärmeerzeugung ersetzen. Die aktuellen Jahresarbeitszahlen (JAZ) zeigen, dass effiziente Geräte 3 bis 4 kWh Wärme pro 1 kWh Strom erzeugen – vorausgesetzt, sie sind richtig eingestellt. Wird ein Teil dieses Stroms durch die eigene PV-Anlage bereitgestellt, sinken die Energiekosten erheblich und die Wirtschaftlichkeit steigt entsprechend.

 

Was die JAZ genau bedeutet und wie diese in der Abrechnung berücksichtigt wird, erklären wir hier: Wie rechne ich die Wärmepumpe ab? HeizkostenV, Transparenz und Mieterstrom im Vergleich

Auch die CO₂-Kosten spielen inzwischen eine große Rolle. Fossile Energien werden durch die CO₂-Abgabe jedes Jahr teurer, eine Wärmepumpe hingegen vermeidet diese Abgabe weitgehend. Wird sie zusätzlich mit Solarstrom betrieben, bleibt die Energiebilanz besonders günstig – und langfristig verlässlicher als bei klassischen Heizungssystemen.

In der Praxis zeigt sich außerdem, dass Wärmepumpen im Mietshaus tagsüber sehr gut steuerbar sind. Über Steuerungen oder Pufferspeicher können Warmwasserzyklen gezielt in Zeiten hoher PV-Produktion gelegt werden. Das sorgt für:

  • geringeren Netzstrombezug,
  • höheren Eigenverbrauch,
  • bessere Wirtschaftlichkeit im Mieterstrommodell.

 

Ein häufiges Missverständnis ist, dass Wärmepumpen nur für Neubauten geeignet sind. Das stimmt so nicht. Zwar spielen Dämmung, Heizlast und Verteilungssystem (Heizkörper vs. Fußbodenheizung) eine Rolle, doch gerade für dezentrale Warmwasserbereitung oder für Häuser mit moderaten Vorlauftemperaturen ist die Wärmepumpe auch im Bestand eine sehr effektive Lösung – besonders mit Solarstrom im Rücken.

Entscheidend ist jedoch die richtige Dimensionierung und Betriebsstrategie. Zu kleine Geräte laufen ineffizient, zu große verursachen unnötige Kosten. Daher sollte die Planung immer Verbrauchsprofile, Warmwasserbedarf, PV-Erzeugung und – sofern vorhanden – die Speichergröße berücksichtigen. Genau hier zeigt sich der Vorteil eines integrierten Systems: PV, Speicher und Wärmepumpe verstärken sich gegenseitig statt isoliert zu arbeiten.

Wallboxen im Mehrfamilienhaus – E-Mobilität richtig integrieren

Die Elektromobilität wächst rasant. Für viele Mieterinnen und Mieter wird das Laden zu Hause zu einem entscheidenden Komfortfaktor. Laut einer aktuellen Analyse des Fraunhofer ISI werden rund 80 % der Elektroautos in Deutschland zu Hause geladen – das zeigt, wie wichtig private Ladepunkte sind.

 

In Mehrfamilienhäusern ist die Ladeinfrastruktur jedoch noch immer wenig verbreitet. Genau hier entsteht ein großes Potenzial: Eine PV-Anlage mit Speicher macht das Laden günstig, nachhaltig und für Vermieter wirtschaftlich attraktiv.

 

Wallboxen lassen sich heute zuverlässig in Mietshäuser integrieren. Besonders stark wird der Effekt in Kombination mit Photovoltaik: Der tagsüber erzeugte Solarstrom kann direkt in die Ladepunkte fließen oder zeitversetzt aus dem Speicher genutzt werden. Das reduziert die Stromkosten deutlich und erhöht die Unabhängigkeit vom Netz.

Typischerweise werden Fahrzeuge abends oder nachts angeschlossen – genau dann, wenn der Batteriespeicher seine Energie abgibt. Moderne Lademanagementsysteme sorgen dafür, dass:

  • Solarstrom bevorzugt genutzt wird,
  • Netzlastspitzen vermieden werden,
  • die Hausanschlussleistung stabil bleibt.

 

Für kleinere Häuser reichen oft ein bis zwei Ladepunkte mit dynamischem Lastmanagement. Größere Liegenschaften profitieren von skalierbaren Systemen, die mehrere Stellplätze gleichzeitig bedienen können – ohne dass der Netzanschluss verstärkt werden muss.

Ein verbreitetes Missverständnis lautet, dass Ladeinfrastruktur automatisch zu hohen Anschlusskosten führt. Das stimmt nicht. Durch PV, Speicher und intelligentes Lastmanagement lässt sich die benötigte Leistung stabil halten. Damit sind mehr Ladepunkte möglich, als viele Eigentümer anfangs glauben.

Wallboxen sind heute ein echtes Qualitätsmerkmal. Sie erhöhen die Attraktivität des Gebäudes, verbessern die Vermietbarkeit und ergänzen das Mieterstrommodell ideal – denn Mieter können nicht nur ihren Haushaltsstrom, sondern auch ihr Auto mit günstigem Solarstrom laden.

Hinweis: Rund um Wallboxen entstehen im Mehrfamilienhaus viele praktische Fragen – etwa zur fairen Verteilung, Abrechnung oder technischen Umsetzung. Da diese Themen komplex sind, behandeln wir sie demnächst in einem eigenen ausführlichen Artikel.

Die perfekte Kombination – Welche Energieanlage passt wann?

Nicht jedes Mietshaus braucht sofort PV, Speicher, Wärmepumpe und Ladeinfrastruktur gleichzeitig. Viel wichtiger ist eine sinnvolle Reihenfolge, die zum Gebäude, zur Mieterstruktur und zum Budget passt. Gleichzeitig gilt: Wer möchte, kann auch direkt eine voll integrierte Energieanlage umsetzen. Beides ist möglich — wichtig ist nur, dass die Komponenten zusammenpassen.

Im Mittelpunkt steht immer die Photovoltaikanlage. Sie liefert den günstigsten Strom im Haus und macht alle weiteren Technologien wirtschaftlicher. Eine PV-Anlage ist daher sowohl der ideale Startpunkt als auch die Basis, wenn Vermieterinnen und Vermieter direkt ein Rundum-Paket aus PV, Speicher, Wärmepumpe und Wallboxen planen.

Für kleinere Mietshäuser (2–5 Wohneinheiten) reicht oft eine PV-Anlage mit Mieterstrom als erster Schritt. Wenn die Mieter tagsüber wenig zu Hause sind oder das Haus einen höheren Grundverbrauch hat, kann ein Speicher später sinnvoll dazukommen — oder eben direkt mitgeplant werden.

In mittleren Gebäuden (6–13 Einheiten) funktioniert die Kombination aus PV und Speicher besonders gut. Das Lastprofil ist gleichmäßiger, und der Speicher sorgt dafür, dass der tagsüber erzeugte Solarstrom abends und nachts im Haus bleibt. Wenn zusätzlich viel Warmwasser benötigt wird, lohnt sich oft auch eine Wärmepumpe, insbesondere mit PV-Unterstützung.

In größeren Mehrfamilienhäusern (>13 Einheiten) wird die Energieanlage zur echten Gebäudezentrale: PV, Speicher, Wärmepumpe und — perspektivisch oder sofort — Ladeinfrastruktur greifen ineinander. Hier spielt ein intelligentes Lastmanagement eine wichtige Rolle, damit Strom, Wärme und Mobilität optimal zusammenarbeiten.

Unabhängig von der Größe des Gebäudes gilt: PV bildet die Basis — alles Weitere ist flexibel und kann entweder direkt oder Schritt für Schritt ergänzt werden. Genau diese Flexibilität macht moderne Energieanlagen für Vermieter so attraktiv: Sie lassen sich wirtschaftlich sinnvoll planen, erweitern und an die Bedürfnisse des Gebäudes anpassen.

Praxisbeispiel – Ein Mietshaus zeigt, wie es funktionieren kann

Wie gut eine integrierte Energieanlage im Mehrfamilienhaus funktionieren kann, zeigt unser Projekt in Schwarzenberg. Dort wurde ein Vier-Parteien-Haus mit Photovoltaik, Speicher, Wärmepumpe und einer Wallbox ausgestattet – eine komplette Energiezentrale im kleinen Maßstab.

Das Ergebnis: Im Sommer erreichte das Haus 100 % Autarkie. Die PV-Anlage liefert den Großteil des Stroms, der Speicher verschiebt Energie in die Abendstunden, und die Wärmepumpe nutzt gezielt Solarstrom für die Warmwasserbereitung. Sogar das Laden eines Elektroautos ist direkt mit Sonnenstrom möglich.

Wer tiefer einsteigen möchte, findet hier die ganze Fallstudie mit Fotos, Daten und Interview mit dem Vermieter: Zum Schwarzenberg-Projekt.

Fazit – Die richtige Energieanlage macht Ihr Mietshaus zukunftssicher

Eine moderne Energieanlage im Mehrfamilienhaus ist heute mehr als nur eine Photovoltaikanlage. Sie ist ein Zusammenspiel aus PV, Speicher, Wärmepumpe und – wenn gewünscht – Ladeinfrastruktur, das Ihr Gebäude unabhängiger, effizienter und attraktiver macht. Der wichtigste Schritt ist der erste: Mit Photovoltaik beginnt jedes sinnvolle Gesamtsystem. Alles Weitere kann flexibel ergänzt oder direkt mitgeplant werden.

Ob kleines Mietshaus oder größeres Wohnobjekt: Die passende Kombination sorgt für stabile Energiekosten, mehr Eigenverbrauch und eine deutliche Aufwertung Ihrer Immobilie. Und wie unser Referenzprojekt in Schwarzenberg zeigt, kann ein integriertes System im Sommer sogar beinahe vollständig autark laufen – weitgehend unabhängig vom öffentlichen Netz und von steigenden Strompreisen.

Wenn Sie herausfinden möchten, welche Lösung am besten zu Ihrem Gebäude passt, unterstützen wir Sie gern. Von der ersten Einschätzung bis zur vollständigen Umsetzung übernehmen wir jeden Schritt und entwickeln genau die Energieanlage, die Ihr Mietshaus wirklich zukunftsfähig macht.

FAQ: Häufige Fragen zur perfekten Energieanlage fürs Mietshaus

Ja. Moderne Energieanlagen sind modular aufgebaut. PV ist in der Regel der erste Schritt, Speicher und Wärmepumpe können später ergänzt werden. Wichtig ist eine saubere elektrische Planung, damit alle Komponenten technisch zusammenpassen.

Ja. Mieterstrom ist unabhängig vom Heizungssystem. Selbst wenn das Gebäude noch fossil beheizt wird, können Mieter günstigen PV-Strom beziehen – und Vermieter erzielen eine Zusatzrendite.

Das hängt davon ab, ob die Wärmepumpe dezentral (pro Wohnung) oder zentral (für das ganze Haus) betrieben wird. Eine zentrale Wärmepumpe wird über die Heizkostenverordnung abgerechnet. Details dazu finden Sie hier: Wie rechne ich die Wärmepumpe ab?

Nein. Das System ist modular. Viele Vermieter starten mit PV und Mieterstrom und ergänzen später Speicher oder Wärmepumpe. Andere setzen direkt auf ein vollständiges System – beides funktioniert, solange die Planung sauber abgestimmt ist.

Ja – allerdings hängt die Umsetzung von Stellplätzen, Brandschutz und Hausanschlussleistung ab. Wallboxen funktionieren besonders gut, wenn:

  • sie PV-Strom bevorzugt nutzen,

  • ein dynamisches Lastmanagement installiert ist,

  • nicht alle Stellplätze gleichzeitig hohe Ladeleistung brauchen.


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