Prozesse & Umsetzung
Veröffentlichungsdatum:
24.11.2025
Autorin:
Camila Blajos Razuk
Lesezeit:
3 Minuten
Prozesse & Umsetzung
Veröffentlichungsdatum:
24.11.2025
Autorin:
Camila Blajos Razuk
Lesezeit:
3 Minuten
Ein Mieterstromprojekt besteht aus mehreren technischen Bausteinen, die gemeinsam dafür sorgen, dass Strom direkt vom eigenen Dach an die Mieter geliefert werden kann. Manche dieser Komponenten sind immer zwingend notwendig, andere hängen von der technischen Ausstattung des Gebäudes ab – und einige sind komplett optional, können aber die Autarkie und Wirtschaftlichkeit verbessern.
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Jedes Mieterstromprojekt braucht eine technische Grundstruktur, damit PV-Strom erzeugt, gemessen und abgerechnet werden kann. Dazu gehören die PV-Anlage selbst, ein digitales Messsystem (moderne Messeinrichtung), ein funktionierender Zählerschrank mit ausreichend Zählerplätzen sowie ein Messkonzept, das eindeutig definiert, welcher Strom wohin fließt. Ohne diese Basis ist kein Mieterstrom möglich – sie bilden das Fundament jedes Projekts.
Diese Komponenten sin immer zwingend notwendig, wenn man ein Mieterstromprojekt umsetzen möchte.
Die PV-Anlage erzeugt den Solarstrom direkt auf dem Dach. Sie bildet die zentrale Energiequelle eines Mieterstromprojekts und bestimmt maßgeblich die Autarkie und Wirtschaftlichkeit.
Das Messkonzept definiert eindeutig, welcher Strom wohin fließt: PV-Strom, Netzstrom und die Verbräuche der einzelnen Parteien. Es legt die Struktur aller Zähler fest und ist die Grundlage für eine korrekte Abrechnung.
Die moderne Messeinrichtung (mME) ist der digitale Basiszähler, der alle relevanten Verbrauchs- und Einspeisewerte misst. Er ist notwendig, um PV-Erzeugung und Verbrauch exakt zu erfassen.
Der Zählerschrank stellt die nötigen Zählerplätze und die technische Infrastruktur bereit, damit alle Messpunkte sicher installiert und vom Netzbetreiber abgenommen werden können.
Das Abrechnungssystem verarbeitet alle Messdaten und teilt sie in PV-Anteil und Netzstrom auf. Es erstellt die Stromrechnungen für die Mieter und sorgt dafür, dass gesetzliche Vorgaben wie EEG-Meldungen automatisch erfüllt werden.
Einige Komponenten werden erst dann verpflichtend, wenn bestimmte technische oder regulatorische Rahmenbedingungen erfüllt sind. Dazu gehören z. B. Smart-Meter-Gateways und intelligente Messsysteme (iMSys), die ab bestimmten Anlagenleistungen oder Verbrauchswerten vorgeschrieben sind. Auch Wandlermessungen, zusätzliche Zähler oder erweiterte Zählerschränke können notwendig werden – abhängig von Netzbetreiber-Vorgaben, vorhandener Gebäudetechnik oder der Hausanschlussleistung.
Diese Komponenten sind NICHT optional: Wenn die Rahmenbedingungen zutreffen, dann sind sie Pflicht. Das bedeutet, sie sind keine Entscheidung – sie ergeben sich aus dem Gebäudezustand und Netzbetreiber-Vorgaben.
Das Smart-Meter-Gateway ist die Kommunikationsschnittstelle des Messsystems. Es überträgt Energie- und Verbrauchsdaten sicher und verschlüsselt und wird verpflichtend, sobald bestimmte Leistungs- oder Verbrauchsgrenzen erreicht werden.
Ein intelligentes Messsystem (iMSys) besteht aus einem digitalen Zähler und einem Smart-Meter-Gateway und ist ab bestimmten Anlagengrößen, Verbrauchswerten oder steuerbaren Verbrauchseinrichtungen gesetzlich vorgeschrieben. Es ermöglicht die sichere Fernübertragung aller Messdaten.
Ein Smart Meter kombiniert eine moderne Messeinrichtung mit einem Gateway und wird immer dann erforderlich, wenn Messwerte fernausgelesen oder Lastprofile bereitgestellt werden müssen. Ob ein Einbau Pflicht ist, bestimmen gesetzliche Vorgaben und Netzbetreiberanforderungen.
Eine Wandlermessung wird notwendig, wenn die Hausanschlussleistung bestimmte Schwellen überschreitet (40–63 A, je nach Netzbetreiber). Sie ermöglicht die präzise Messung hoher Ströme und ist daher für größere Gebäude oder starke Verbraucher Pflicht.
Optionale Komponenten wie Batteriespeicheroder steuerbare Verbraucher, wie Wärmepumpen, sind kein Muss für Mieterstrom – sie verbessern jedoch Autarkie, Wirtschaftlichkeit oder Nutzerfreundlichkeit. Speicher erhöhen den Eigenverbrauchsanteil, digitale Visualisierungen erleichtern Mietern das Verständnis ihres Verbrauchs, und ergänzende Technik kann den Gesamtstromfluss optimieren. Für Vermieter:innen sind diese Bausteine interessante Upgrades, aber keine Voraussetzung.
Diese Bausteine verbessern Autarkie, Komfort oder Wirtschaftlichkeit – sind aber wirklich optional.
Ein Batteriespeicher erhöht den Eigenverbrauch, indem er überschüssigen Solarstrom zwischenspeichert und später bereitstellt. Er ist für Mieterstrom nicht verpflichtend, kann aber die Autarkie und Wirtschaftlichkeit eines Projekts deutlich verbessern.
Eine Wärmepumpe ist kein Muss für Mieterstrom, kann aber in Kombination mit PV-Strom besonders effizient betrieben werden. Sie nutzt erneuerbare Energie für Heizung oder Warmwasser und steigert so den Anteil direkt genutzter Solarenergie.
Ein Mieterstromprojekt besteht aus einer klaren Kombination aus Pflicht-Elementen, situativen Anforderungen und optionalen Erweiterungen. Wichtig ist: Vermieter:innen müssen diese Bausteine nicht selbst verstehen oder koordinieren – Dach für Dach übernimmt die komplette technische Planung, Abstimmung mit dem Netzbetreiber, Installation und Abrechnung.
Der Baukasten zeigt jedoch auf einen Blick, welche Komponenten ein Mieterstromprojekt ausmachen – und wie einfach der Einstieg sein kann, wenn der richtige Partner an der Seite steht.
Eine moderne Messeinrichtung (mME) ist ein digitaler Basiszähler. Erst mit Smart-Meter-Gateway (SMGW) wird daraus ein Smart Meter. Ein intelligentes Messsystem (iMSys) ist die zertifizierte Kombination aus beidem und wird in bestimmten Fällen gesetzlich vorgeschrieben. Nicht jedes Gebäude braucht ein iMSys.
Nicht unbedingt. Wenn jedoch Zählerplätze fehlen oder der Schrank nicht dem aktuellen Stand (TAB) entspricht, ist ein Austausch oder eine Erweiterung erforderlich.
Ja. Die Teilnahme ist freiwillig, aber in der Praxis entscheiden sich viele Mieter wegen des Preisvorteils und der Transparenz für den Tarif.
Ja, absolut. Die PV-Anlage allein erzeugt ausreichend lokal nutzbaren Strom, um Vermietern und Mietern wirtschaftliche Vorteile zu bieten. Speicher und Wärmepumpe sind lediglich Optimierungen.
In vielen Projekten ist ein Speicher jedoch sinnvoll, weil er den Autarkiegrad deutlich erhöhen kann. Je mehr PV-Strom im Gebäude verbraucht wird – etwa durch Wärmepumpe, Wallbox oder andere Verbraucher – desto wirtschaftlicher, ökologischer und unabhängiger vom Strommarkt wird das gesamte Mieterstromprojekt.
Nein. Eine Wandlermessung ist nur bei hohen Anschlussleistungen (40–63 A, je nach Netzbetreiber) erforderlich und betrifft vor allem größere Gebäude oder Anlagen mit starken Verbrauchern. Wenn jedoch ein virtuell geführter Summenzähler eingesetzt wird, ist selbst bei hohen Anschlussleistungen keine Wandlermessung notwendig, weil keine physische Messung großer Ströme am Summenpunkt stattfindet.
Was eine Wandlermessung genau ist und wann sie nötig wird, erfahren Sie hier. Die Unterschiede zwischen physischem und virtuellem Summenzähler finden Sie hier.
Berechnen Sie jetzt Ihre mögliche Rendite – und finden Sie heraus, wie viel Ihre Immobilie mit Mieterstrom wert sein kann.
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